Vollsperrung der Emscherallee: Die Straße ist abgesackt

Kanalbruch

Am Donnerstagmorgen begann die Fahrbahn der Emscherallee kurz hinter der Kreuzung Lindbergh-Straße, sich abzusenken. Die Ursache wurde schnell gefunden, die Reparatur kann dauern.

Huckarde

, 04.10.2018, 11:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vollsperrung der Emscherallee: Die Straße ist abgesackt

Ein riesiger Riss zieht sich durch die Emscherallee. Die Straße ist mehrere Zentimeter abgesenkt. © Holger Bergmann

Ausgerechnet die Emscherallee, die wichtigste Nord-Süd-Achse des Dortmunder Westens und Verbindung zwischen A40 und A2, ist dauerhaft gesperrt. Am Donnerstag um 7 Uhr wurde die Absenkung der Fahrbahn entdeckt. Es hatte sich ein mehrere Meter breiter, kreisrunder Krater mit rund einem halben Meter Tiefe entwickelt. Im Teer bildeten sich tiefe Risse und Verwerfungen. Auf dem Bürgersteig lockerten sich die Pflastersteine und sogar ein Allee-Baum steht nicht mehr senkrecht.

Als erste vor Ort waren Mitarbeiter des Tiefbauamtes, die den betroffenen Bereich weiträumig absperrten. Der Verkehr aus Richtung Innenstadt läuft jetzt durch die Lindbergh-Straße über Deusen, der Verkehr aus Richtung Mengede wird in die Buschstraße und dann durch Huckarde geleitet. Der Weg durch die teilweise mit Baumscheiben verengten Wohnstraßen war für die Lastkraftwagen etwas kniffelig, tagsüber gab es aber keine Probleme. Erst im Berufsverkehr wurde es richtig eng.

Vollsperrung der Emscherallee: Die Straße ist abgesackt

Erkennbar ist die Straße abgesackt. © Holger Bergmann

Die Sperrung sorgte nicht nur bei den Autofahrern für Ärger. Ein Mitarbeiter der Kletterhalle Bergwerk blickte besorgt auf die Sperrung, die die Zufahrt zu dem Parkplatz der Halle unmöglich macht. „Gestern hatten wir 400 Gäste, heute keinen“, berichtete er erbost.

Verbindung mit dem Bergbau?

Die plötzlich völlig leere Straße entlang des Industriedenkmals Kokerei Hansa lockte zahlreiche Anwohner aus ihren Häusern. Eine Anwohnerin brachte die Absenkung sofort mit dem Bergbau in Verbindung. „Es ist nur ein Glück, dass sich so ein Loch nicht unter einem Haus gebildet hat. Aber daran kann man sehen, dass sich unter uns noch immer die Erde bewegt.“

Diese Befürchtungen konnte das Bergamt des Regierungsbezirks Arnsberg nicht bestätigen. Schon recht früh am Vormittag kamen die Ingenieure zu dem Urteil, dass ein Bergschaden als Ursache für die Absenkung unwahrscheinlich ist, weil weniger als hundert Meter weiter der alte Schacht III der Zeche Hansa steht, und direkt unter Bergwerken wurde nie Kohle gefördert, um genau solche Schäden an Zechengebäuden zu vermeiden.

Am Nachmittag konnte Andreas Nörten, Sprecher des Bergamts, melden, dass man nach Studium der Unterlagen, dem sogenannten Riss-Archiv, einen Bergschaden ausschließen kann. „Direkt unter Huckarde ist eine dicke Gesteinsschicht, da kann es keine Bergschäden geben.“

Danach kam nur noch ein Schaden am Abwasserkanal als Ursache infrage und die Stadt Dortmund beauftragte ein Geo-Institut mit Bohrungen, um die Schadstelle zu entdecken. Ist die Stelle gefunden, wird ein Sanierungsplan erstellt. „Das kann ganz schnell gehen“, macht Stadtsprecherin Heike Thelen den Autofahrern Mut. Trotzdem wird eine Baustelle mit Kanal-Sanierung vermutlich etwas länger dauern.

Die Kokerei Hansa kann man aus Richtung Norden als Anlieger anfahren. Von der Innenstadt aus geht es nur über den Ortskern. Dort muss man am Lidl links abbiegen und sich von dieser Seite nähern.
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