Viel mehr als Bücher: Sabine Bernard ist seit 25 Jahren Leiterin der Stadtteilbibliothek

dzStadtteilbibliothek Hörde

Sabine Bernard (53) leitet seit 25 Jahren die Stadtteilbibliothek in Hörde. Dort kann man Sachen ausleihen, die man so in einer Bibliothek vielleicht nicht vermuten würde.

Hörde

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ohne Bücher geht es nicht, das ist schon klar. In dieser Hinsicht ist es in der Stadtteilbibliothek in Hörde 2019 genauso wie auch 1994. Im Laufe der 25 Jahre hat sich die Bibliothek an der Hermannstraße geändert, so wie sich Hörde selbst verändert hat. Hütte weg, Fackel weg, See da, Häuser da. Sabine Bernard hat alles direkt miterlebt. Sie ist Ende Mai 1994 Leiterin der Einrichtung geworden und spricht beim Rückblick auf ein Vierteljahrhundert über...

... ihre Anfänge als Bibliothekarin

Als Jugendliche hat Sabine Bernard ehrenamtlich in der Bibliothek ihrer Wickeder Gemeinde ausgeholfen. „Irgendwann kam dann der Gedanke: Das könntest du doch beruflich machen“, sagt sie.

Viel mehr als Bücher: Sabine Bernard ist seit 25 Jahren Leiterin der Stadtteilbibliothek

Vier Jahre lang fuhr Sabine Bernard mit Bücherbussen durch Dortmund. © Michael Nickel (Repro)

Aus dem Gedanken wurde dann 1984 ein Studium an der Fachhochschule Köln im Öffentlichen Bibliothekenwesen. Dass sie während des Studiums in Dortmund wohnen geblieben und dadurch mit ihrer Heimat verbunden geblieben ist, weil sie sich hier weiterhin in Vereinen engagieren wollte, verhalf ihr 1988 zur ersten Stelle in der Bibliothek in Scharnhorst.

Viel mehr als Bücher: Sabine Bernard ist seit 25 Jahren Leiterin der Stadtteilbibliothek

Angefangen hat Sabine Bernard 1994 in Hörde zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Astrid Dürdaut (r.). © Michael Nickel

Dann ging es ab 1990 in den Bus. Vier Jahre lang haben Mitarbeiter der Dortmunder Bibliotheken in vier grünen, mit Büchern vollgepackten Reisebussen 90 Haltestellen in Dortmund angefahren und Bücher an den Mann und die Frau gebracht. „Das würde auch heute noch funktionieren“, sagt Bernard. 1994 sah die Stadt Dortmund das aber anders und schaffte die Busse ab. Und so kam es, dass Sabine Bernard die vakante Leitung der Stadtteilbibliothek in Hörde übernommen hat.

... die Stadtteilbibliothek auf der anderen Straßenseite

Von 1974 bis 2000 war die Hörder Bibliothek im alten Gebäude der Sparkasse an der Hermannstraße untergebracht und auf zwei Etagen aufgeteilt - im Keller und im ersten Stockwerk. „Die beiden Bereiche waren nicht direkt miteinander verbunden, man musste außen herum gehen. Das war vor allem für Familien schwierig“, sagt Sabine Bernard. Denn Kinderliteratur war unten, Bücher für Erwachsene oben.

Viel mehr als Bücher: Sabine Bernard ist seit 25 Jahren Leiterin der Stadtteilbibliothek

Bilder von damals aus der alten Stadtteilbibliothek im alten Sparkassengebäude gegenüber. © Michael Nickel

1999 war dann klar, dass auf der anderen Straßenseite auf dem Gelände eines matschigen Parkplatzes ein neues Gebäude entsteht. Hier erhielt die Stadtteilbibliothek eine komplette Etage, hier ist sie 2000 eingezogen und hier, an der Hermannstraße 33, ist sie auch heute noch.

... das Portfolio der Bibliothek im Jahr 2019

28.500 Medien stehen und liegen in den Regalen. Bücher, DVDs, CDs, Konsolenspiele, Zeitschriften, Gesellschaftsspiele, E-Book-Reader, Tiptoi-Stifte und -Bücher, Lük-Kästen, Toni-Figuren - und Strommessgeräte. Gut 2500 Menschen sind in der Kartei.

Viel mehr als Bücher: Sabine Bernard ist seit 25 Jahren Leiterin der Stadtteilbibliothek

Die Stadtteilbibliothek Hörde an der Hermannstraße © Michael Nickel

„Einige Neukunden melden sich an, und wir sehen sie dann ein Jahr nicht mehr“, sagt Bernard. Das sind die Kunden, die sich E-Books von Zuhause über die Stadtteilbibliothek ausleihen. Das funktioniert mit allen gängigen Readern außer dem Kindle.

... ihr Team und ihre anderen Aufgaben

Sabine Bernard ist nicht nur Leiterin der Bibliothek in Hörde. Diese Position macht nur die Hälfte ihrer Stelle aus. Sie ist zur anderen Hälfte seit Juli 2015 Leiterin aller Stadtteilbibliotheken Dortmunds, muss in allen Bezirken gemeinsam mit den jeweiligen Leiterinnen vor Ort alles im Blick haben. Ein besonderes Lob hat sie für ihre Mitarbeiter in Hörde: „Wir sind hier ein besonders gutes und harmonisches Team“, sagt sie.

... die Herausforderungen einer Stadtteilbibliothek

„Vor 25 Jahren liefen Bibliotheken noch von selbst“, sagt Sabine Bernard. „Heute müssen wir immer mehr Veranstaltungen anbieten, damit die Menschen zu uns kommen.“ Es gibt einen Kopierer, Wlan und ruhige Plätze, an denen Menschen lernen oder einfach Zeitung lesen können. Für Kinder und Jugendliche gibt es regelmäßig Angebote, ebenso ein Lesecafé oder Tablet-Kurse. Auch mit Schulen und Kitas arbeitet die Stadtteilbibliothek zusammen - so wie bei der Ausrichtung des Vorlesewettbewerbs.

Öffnungszeiten und Kosten

Einmal pro Jahr zahlen - immer ausleihen

  • Die Stadtteilbibliothek Hörde, Hermannstraße 33, hat an vier Tagen pro Woche geöffnet: dienstags 10 bis 12 und 13 bis 19 Uhr, mittwochs 13 bis 17 Uhr, donnerstags sowie freitags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr.
  • Kunden aller Stadtteilbibliotheken ab 18 Jahren zahlen einmal im Jahr 20 Euro Beitrag. Bis auf wenige Ausnahmen wie Bestseller und Konsolenspiele können dafür alle Medien kostenlos ausgeliehen werden. Schüler bis 21 Jahre oder Inhaber des Dortmund Passes zahlen nur 10 Euro. Kinder und Jugendliche sowie Studenten der TU zahlen gar nichts.
  • Weitere Infos gibt es in der Bibliothek unter Tel. 02312860678 und per Mail an bibliothek.hoerde@stadtdo.de.
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