„Videobrücke“ verbindet Krankenhaus-Patienten mit ihren Angehörigen

dzGegen die Einsamkeit

Im Benninghofer Hüttenhospital können Patienten per Videoanruf mit ihren Angehörigen sprechen. Das Krankenhaus wird von einer Projektinitiative unterstützt.

Benninghofen

, 28.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vielen Bereichen werden die Corona-Schutzmaßnahmen bereits gelockert. Bis aber Patienten in Krankenhäusern wieder von ihren Angehörigen besucht werden dürfen, wird es vermutlich noch ein bisschen dauern. Im Hüttenhospital in Benninghofen ist dies aber wieder möglich – zumindest digital.

Das Krankenhaus ist nämlich eine der ersten Einrichtungen, in denen das Projekt „Videobrücke“ gestartet ist. Der Zusammenschluss verschiedener Akteure im Gesundheitswesen stellt Pflegeeinrichtungen im Ruhrgebiet und Westfalen-Lippe für Videoanrufe Tablets zur Verfügung.

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Dazu bietet die Projektinitiative kostenlos eine einfach zu bedienende Software an, die von der Dortmunder Firma VIVAI Software entwickelt wurde.

„Uns war ganz wichtig, dass der Pflegeprozess nicht gestört wird“, sagt Thomas Horster-Möller, Mitglied der Projektinitiative und Vorstand von VIVAI Software. „Die Pflegenden müssen lediglich dafür sorgen, dass die Bewohner zu einem vereinbarten Termin mit dem Tablet ausgestattet sind.“

Videogespräch

Anmeldung erforderlich

Die Terminkoordination für ein Videogespräch erfolgt im Hüttenhospital durch Miriam Koch. Interessierte Familienangehörige können sich anmelden unter Tel. (0231) 4 61 96 14 oder per E-Mail an miriam.koch@huettenhospital.de

Annika Rusert vom Hüttenhospital freut sich über das Projekt. „Das Angebot wird von unseren Patienten und Angehörigen gut angenommen“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung. Da es sich um ein Krankenhaus mit dem Fokus Altersmedizin handle, seien Besuche aktuell noch zu riskant für die Patienten.

Angehöriger freut sich über das Angebot

Seit Anfang Mai gibt es dort deswegen die „Videobrücke“. Einer der Ersten, die das Angebot nutzten, war Herwart Heuner. Zwei Monate lang hatte er seine Mutter nicht mehr gesehen. „Wir sind so glücklich, dass wir uns wiedersehen konnten“, sagt Heuner.

Das Angebot können Interessierte von zu Hause mit dem eigenen Tablet oder dem Smartphone nutzen, wenn sie die entsprechende Software heruntergeladen haben. Zu einem vorher vereinbarten Termin wird eine Einladung verschickt, über die die Angehörigen mit ihren Familienmitgliedern verbunden werden.

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Wem die Ausstattung oder die technische Kenntnis fehle, könne in das Krankenhaus kommen und bekäme eines der beiden vorhandenen Tablets zur Verfügung gestellt. „Die Angehörigen können zu uns kommen und werden in ein extra Zimmer gebracht, wo sie mit den Patienten per Videoanruf sprechen können“, sagt Rusert vom Hüttenhospital.

Für andere Einrichtungen bestehe laut Projektinitiative die Möglichkeit, bei externen Kontaktstellen wie Quartiersmanagern oder Apotheken ein Gerät zu nutzen.

Die Kontaktstellen würden auch die Terminkoordination übernehmen.

Ob das Hüttenhospital das Angebot auch nach Corona noch nutze, wenn Besuche wieder möglich wären, wisse Rusert noch nicht. „Wir müssen erst mal abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt, aber das ist sicher eine Möglichkeit.“

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