Dieser Jogger lief jubelnd über den Borsigplatz - wahrscheinlich der einzige legale Jubelcorso Dortmunds nach dem Pokalsieg. © Kevin Kindel
Borsigplatz

Video: Dortmunds einziger legaler Jubelcorso nach dem BVB-Pokalsieg

Nach dem BVB-Pokalsieg gab es Aufregung am Borsigplatz, als dort BVB-Fans trotz Ausgangssperre feierten. Es gab dort aber auch einen legalen Jubelcorso. In der Hauptrolle: ein Jogger.

Nach Titelgewinnen von Borussia Dortmund übt der Borsigplatz – die Geburtsstätte des Vereins – eine magische Anziehung auf feierwillige BVB-Fans aus. So war es auch nach dem Pokalsieg gegen RB Leipzig am späten Donnerstagabend (13.5.). Bis zu 200 Fußballfans, viele von ihnen Ultras, feierten dort spontan den Triumph ihrer Mannschaft.

Doch dabei gab es dieses Mal ein großes Problem: In Dortmund gilt aktuell aufgrund der immer noch hohen Inzidenzwerte ab 22 Uhr eine Ausgangssperre – die Fan-Feierlichkeiten waren also illegal. Auch wegen der großen Polizeipräsenz löste sich die Party deshalb schnell wieder auf.

Die meisten Fans unterdrückten gleich ganz den Impuls, sich jubelnd ins Auto zu setzen und hupend eine Siegesrunde um den Wall oder den Borsigplatz zu drehen. Anders als bei vorherigen Titelgewinnen gab es dieses Mal keine spontanen Jubelcorsos.

Jogger feiert Ein-Mann-Jubelcorso auf dem Borsigplatz

Wobei das auch nicht ganz stimmt. Am Borsigplatz entdeckten unsere Reporter einen Jubelcorso der besonderen Art: Gegen 23.30 Uhr lief plötzlich ein einzelner Jogger im BVB-Trikot auf den Borsigplatz und schmetterte Fanlieder, beleuchtet vom Blaulicht der Polizeiwagen. Schaulustige auf den Bürgersteigen jubelten ihm dabei zu.

Die Ein-Mann-Feier des Joggers war Dortmunds mutmaßlich einziger legaler Jubelcorso. Denn für ihn griff eine Ausnahme der Ausgangssperre, die es bis 24 Uhr erlaubt, alleine spazieren oder joggen zu gehen.

Wenige Minuten nach dem joggenden Ein-Mann-Corso testeten noch drei Radfahrer die Grenzen der Corona-Bestimmungen aus: Sie drehten jubelnd und singend gemeinsam eine Runde um den Borsigplatz – streng genommen ein Verstoß gegen die Ausgangssperre, laut der man zwischen 22 und 24 Uhr nur noch alleine unterwegs sein darf.

Sie profitierten von der an diesem Abend nachsichtigen Haltung der Polizei. Weder sie noch die anderen nach 22 Uhr auf dem Borsigplatz feiernden BVB-Anhänger wurden nach Kenntnisstand unserer Redaktion wegen der Missachtung der Ausgangssperre belangt. Lediglich wegen des Abbrennens von Pyrotechnik eröffnete die Polizei Strafverfahren.

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1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel
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Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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