Victoria (2) ist todkrank – Eltern suchen weiter nach Hilfe in Dortmund

Stammzellenspender gesucht

Die Suche nach einem Stammzellspender für Victoria (2) läuft weiter. Im Fredenbaumpark gibt es eine Typisierungsaktion für das todkranke Mädchen. Ihre Tante erzählt von der kleinen Kämpferin.

Dortmund

, 16.07.2019, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Victoria (2) ist todkrank – Eltern suchen weiter nach Hilfe in Dortmund

Die zweijährige Victoria ist an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt. Ihre Familie hofft, dass schnell ein Stammzellenspender gefunden wird. Am 20. Juli gibt es eine Typisierungsaktion im Big Tipi im Fredenbaum. © Privat

„Ich habe es erst einmal nicht geglaubt. Ich bin in eine Schockstarre verfallen, fühlte mich unheimlich leer. Doch dann mussten wir das Schicksal annehmen und kämpfen“ – so beschreibt Lena Westermann, Tante der kleinen Victoria, den Augenblick, in dem sie von der tödlichen Krankheit ihrer Nichte erfuhr. Die Zweijährige hat Blutkrebs. Die Ärzte empfehlen, im August Stammzellen zu transplantieren.

Am 18. Juni gab es bereits eine Typisierungsaktion an der TU Dortmund. Ein Dortmunder Verwandter der Familie hatte sie organisiert. Victoria selbst wohnt in Hamburg. Am Samstag (20. Juli) kann sich jeder am Big Tipi im Fredenbaumpark testen lassen. Die Chance ist etwa 1:20.000, dass jemand ein potenzieller Spender sein und somit Vickys Leben retten könnte.

Seit dem 15. Mai ist das kleine Mädchen im Krankenhaus


Die kleine Hamburgerin ist seit dem 15. Mai im Krankenhaus. Seitdem hat Victoria nicht mehr im Sand gespielt, im Wasser geplanscht oder frische Luft geatmet. Ihr Fenster ist stets geschlossen. Mehrmals täglich kommen Ärzte in Plastikkitteln in ihr Zimmer und untersuchen sie. Sie bekommt Medikamente, von denen es ihr besser gehen soll, doch wirklich besser fühlt sie sich nicht.

Mit ihren zwei Jahren ist Victoria noch viel zu klein, um zu verstehen, was ihr fehlt, was die Männer in den Kitteln von ihr wollen, warum ihre Eltern so traurig sind und warum sie das Krankenhaus nicht verlassen darf. Trotzdem schenkt sie ihren Eltern Tag für Tag ein Lächeln.

„Sie ist so tapfer. Sie lacht jeden Tag, ist ein fröhliches Kind und gibt uns dadurch unheimlich viel Kraft. Sie guckt aus dem Fenster auf einen Spielplatz, sieht die anderen Kinder und würde so gerne mitspielen“, erzählt ihre Tante, die für die Familie mit der Presse spricht.

Auch Vickys Mutter bekommt seit Wochen kaum frische Luft

Während ihre Mutter stets an ihrer Seite ist, muss ihr Vater oft arbeiten und sich um Luise, die vierjährige Schwester, kümmern. Die große Schwester darf nur am Wochenende zu Vicky und wird genau untersucht, damit sie bloß keine Keime einschleppt.

Durch die Chemotherapie ist Victorias Immunsystem so heruntergefahren, dass jeder kleinste Keim verheerende Folgen haben könnte. Vickys Schwester versteht noch nicht, warum sie untersucht werden muss und sieht das eher als ein Spiel, auf das sie nicht immer Lust hat.

Als die Erkrankung entdeckt wurde, war Vicky auffällig schlapp und bekam überall blaue Flecke. Sie hat eine seltene Form von Leukämie, die untypisch bei kleinen Kindern ist.

Lena Westermann ist vom Kampfeswillen ihrer Nichte gerührt: „Es ist sehr erstaunlich, wie tapfer sie ist. Das sagen auch die Ärzte. Sie lag schon viermal in Narkose, hat Knochenmarkspunktionen bekommen, um zu schauen, wie viele Krebszellen noch da sind und hat drei Chemoblöcke hinter sich. Zig Medikamente und Antibiotika werden in sie reingepumpt – normalerweise fragt man sich als Mutter, ob dieses oder jenes Antibiotikum für das erkältete Kind wirklich nötig ist. Victorias kleiner Körper wird mit all diesen Stoffen belastet, und trotzdem kann sie noch lachen.“

Tante Lenas größter Wunsch ist, dass ihre kleine Nichte noch lange lachen kann.

„Es gibt nur einen Weg für uns, und das ist Heilung.“

Für sie ist Victoria wie eine eigene Tochter. Ihre Kinder sind 1 und 3 Jahre alt und haben viel mit den Töchtern ihrer Zwillingsschwester gespielt. Insgesamt neun Cousins und Cousinen warten darauf, dass Vicky wieder gesund aus dem Krankenhaus kommt.

Wer zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich am Samstag (20. Juli) in Dortmund als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. In der Erlebniswelt Fredenbaum/Tipi Zelt (Lindenhorsterstraße 6) können Spender ihre Speichelprobe von 10 bis 15 Uhr abgeben. Alternativ können sie auch online ein Speichelprobenset bei der DKMS anfordern.

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