Bürger sollen Bürgersteig kaufen - Kurioses an Dortmunds schlechtester Straße

dzStraßen in Dortmund

Den Titel „schlechteste Straße Dortmunds“ hat sie schon - seit 7 Jahren. Jetzt hatte die Stadt bekannt gegeben, dass sich 2021 etwas ändern wird. Anwohner teilen diesen Optimismus nicht.

Berghofer Mark

, 15.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Detlef Besler kann nur den Kopf schütteln. Die optimistische Aussage der Stadt Dortmund, dass, wenn alles optimal läuft, 2021 bauvorbereitenden Maßnahmen zur Sanierung der Obermarkstraße anlaufen könnten, sorgt bei dem Anwohner nur für ein müdes Lächeln.

Seit 2013 gilt auf der Obermarkstraße Tempo 10. Die Straße ist kaputt, da gibt es nichts mehr schönzureden. Das tat auch Sylvia Uehlendahl nicht, als sie im Mai 2019 in der Bezirksvertretung Aplerbeck über das weitere Vorgehen in Sachen Obermarkstraße berichtete. Und dort auch noch einmal betonte, dass man sehr zeitnah mit allen Anliegern noch einmal in Gespräche treten würde, um die Sanierung der Straße hinzubekommen.

Teile der Straße in üblem Zustand

Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein, zumindest nach Aussage der Anwohner. „Die Verwaltung kümmert sich nicht. Ich habe das Gefühl sie wollen wohl auch gar nicht“, sagt Detlef Besler.

Die Obermarkstraße gehört zu den schlechtesten Straßen in Dortmund. Laut Stadt könnte sich aber 2021 etwas tun.

Die Obermarkstraße gehört zu den schlechtesten Straßen in Dortmund. Laut Stadt könnte sich aber 2021 etwas tun. © Jörg Bauerfeld

Der wohnt an dem Teil der Obermarkstraße, an dem, etwas überspitzt formuliert, noch keine Kleinwagen in Schlaglöcher fallen. Ganz im Westen, da wo die Obermarkstraße auf die Höchstener Straße trifft.

Dabei fordert die Sanierung der Straße der Verwaltung einiges ab, zumindest, was den Kontakt mit den Anwohnern angeht. Es geht da nämlich um den Verkauf von städtischen Grundstücken, um einen geraden Straßenverlauf hinzubekommen. Denn die alte Straße ist unterschiedlich breit. Mal 10 Meter mit Bürgersteig, mal 6 Meter ohne.

Bürgersteig zum Kauf angeboten

Das bedeutet, den Anwohnern wird beispielsweise ein Stück Bürgersteig zum Kauf angeboten. So wie Detlef Besler. Obwohl, angeboten ist zu viel gesagt. „Man hat mich gefragt, ob ich es mir vielleicht vorstellen könnte, ein Stück zu kaufen“, so der Anwohner der Obermarkstraße.

Vorstellen könne er sich das, habe er geantwortet. „Das war 2016. Da hat mich eine Dame vom Liegenschaftsamt angesprochen. Seitdem habe ich aber auch rein gar nichts mehr von der Stadt Dortmund gehört“, sagt Besler. Und das gelte nicht nur für ihn, sondern auch für seine unmittelbaren Nachbarn.

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Es gehe bei der ganzen Geschichte aber ja auch ums Geld. Die Stadt pflege seit Jahren die Behauptung, dass es sich bei der Obermarkstraße um Ersterschließung handele. „Wir haben hier aber sehr gute Argumente dagegen“, sagt Besler.

„Einige knapsen hier schon ziemlich, wenn es um die finanzielle Beteiligung geht“, sagt der Ingenieur. Besler weiß also, worüber er redet.

Auch bei der Parallelstraße, der Obermarkstraße, der Untermarkstraße, die vor einigen Jahren saniert wurden, gab es Streit um die Frage des Erstausbaus. Hier wurde dann saniert, Anwohner und Stadt einigten sich. Wie es bei der Obermarkstraße weiterlaufen wird, darüber kann man nur spekulieren.

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