Sturmtief Sabine hinterlässt Chaos in Dortmund: Was tun im Schadensfall?

Sturmfolgen

Eine stürmische Nacht hat NRW hinter sich - Sturmtief „Sabine“ hat auch in Dortmund Schäden angerichtet. Was ist zu tun, wenn das Unglück passiert ist? Wie kriege ich den Schaden ersetzt?

von Tabea Prünte

Dortmund

, 10.02.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sturmtief Sabine hinterlässt Chaos in Dortmund: Was tun im Schadensfall?

Beim Landgericht an der Hamburger Straße sind offenbar Teile des Daches runtergekommen. Der Bürgersteig ist gesperrt. © Christian Gerstenberger

Heruntergefallene Äste liegen auf den Straßen, einige Autos wurden durch umherfliegende Teile beschädigt. Seit Sonntag (9.2.) wirkt sich das Sturmtief „Sabine“ auf den Alltag der Dortmunder aus. Doch wie lassen sich Sturmschäden vermeiden? Was ist zu tun, wenn es doch zum Schadensfall kommt und wer muss haften?

Entstandene Sturmschäden sollten zunächst umgehend dem Versicherer gemeldet werden - erst dann sollten Geschädigte in Absprache mit der Versicherung einen Handwerker beauftragen, rät der Eigentümerverband „Haus und Grund“. Auch die Schadensverantwortlichen sind schnellstmöglich zu informieren.

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Erreicht ein Sturm mindestens die Windstärke acht - Sturmtief „Sabine“ liegt mit einem Wert von elf bis zwölf deutlich darüber - kommt die Wohngebäudeversicherung für Sturmschäden am Haus auf. Das Gleiche gilt für Wasserschäden, die durch kaputte Leitungen entstehen.

Bei Schäden an Möbeln oder anderen Einrichtungsgegenständen kommt im Regelfall die Hausratversicherung auf. „Das gilt aber nur, wenn man nicht leichtsinnigerweise Fenster oder Balkontür während des Sturms offen gelassen hat“, betont Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von „Haus und Grund“. Ist das eigene Auto beschädigt, zahlt ab Windstärke acht die Teilkaskoversicherung.

Sturmtief Sabine hinterlässt Chaos in Dortmund: Was tun im Schadensfall?

Möglicherweise sind auch Autos von umherfliegenden Teilen getroffen und geschädigt worden. © Christian Gerstenberger

Um den Schadensfall im Vorhinein schon zu vermeiden, sollten Hauseigentümer und Mieter dafür sorgen, dass die eigene Einrichtung sowie Anbauteile, Bäume und andere Gefahrengegenstände gut befestigt und sturmsicher sind. Anderenfalls müssen Eigentümer für entstandene Schäden zahlen. Auch Baufirmen haften, wenn ein provisorisch aufgestelltes Verkehrsschild oder ein Bauzaun durch den Sturm umfallen und dadurch Schäden verursachen sollte.

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Der Fachanwalt für Verkehrsrecht, Arndt Kempgens, rät Geschädigten, die Sturmfolgen genau zu dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos von der Vorfallstelle. Bei gravierenderen Sach- und Körperschäden sollte die Polizei hinzugezogen und Strafanzeige erstattet werden.

Schadensverantwortliche sind laut Rechtsanwalt grundsätzlich über die Haftpflichtversicherung abgesichert. Jedoch kann bei Verletzungen, zum Beispiel durch herabfallende Anbauteile, Strafanzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung drohen. Bauminhaber, auch Städte, sind verpflichtet, die Bäume regelmäßig auf Sturmsicherheit zu überprüfen. Dies sollte mindestens zwei Mal im Jahr geschehen, im Schadensfall müssen sie zahlen.

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