Das Tragen von FFP-2- oder OP-Masken im ÖPNV, ist nach den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern bald verbindlich. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Verschärfte Corona-Maßnahmen – Gibt es genug FFP-2-Masken in Dortmund?

Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern könnte es zu einem Run auf FFP-2-Masken kommen. Wie ist die Lage in den Kliniken? Und haben Händler genug Masken, falls die Nachfrage steigt?

Bund und Länder haben sich am Dienstag (19.1.) auf eine Verlängerung des Lockdowns geeinigt und auch auf eine Verschärfung der Maskenpflicht. Demnach soll das Tragen von medizinischen Masken wie FFP2-Masken oder sogenannten OP-Masken etwa im öffentlichen Personennahverkehr verbindlich werden.

Führt eine größere Nachfrage zu Engpässen in medizinischen Einrichtungen?

Dadurch könnte es zu einer steigenden Nachfrage nach FFP-2-Masken kommen. NRW-Gesundheitsminister Laumann äußerte bereits am Montag (18.1.) die Befürchtung, dass bei einer gesteigerten Nachfrage auch Engpässen in medizinischen Einrichtungen entstehen könnten.

Marc Raschke, Sprecher des Klinikums Dortmund versteht diese Bedenken, denn „es sind einfachste Marktgesetze: Die Nachfrage erhöht den Preis, und das alles ist mit Knappheit verbunden.” Trotzdem gebe es keine Befürchtungen im Klinikum: “Wir haben im Sommer einen Vorrat angelegt, deswegen klappt das alles ganz gut.” Seine Sorge gelte vor allem anderen Einrichtungen wie Seniorenheimen oder Pflegeeinrichtungen.

Hamsterkäufe für FFP-2-Masken?

Und wie sieht es mit den Masken im freien Verkauf aus, für die gesamte Dortmunder Bevölkerung? Apotheker Kristian Reissig, Eigentümer der Hirsch Apotheke, hält die Gefahr einer Knappheit an medizinischen Masken derzeit in Dortmund für sehr gering: „Es gibt in allen Apotheken jede Menge Masken”, berichtet er. Ulrich Ausbüttel, Inhaber von zwei der Ausbüttels Apotheken, pflichtet bei: „Wir haben immer noch mehr als 100.000 Stück.”

Dem stimmt auch der Dortmunder Unternehmer Hans Dornseif zu. Er handelt unter anderem mit FFP2-Masken – und hat beobachtet, dass der Markt derzeit „geradezu überschwemmt“ werde. Niemand müsse sich sorgen.

Die Nachfrage, so Apotheker Ausbüttel, sei allerdings gestiegen – „auch, weil sich zum Glück gerade die Erkenntnis durchsetzt, dass eine FFP-2-Maske einen vielfach effektiveren Schutz bietet als OP- oder Stoffmasken.“ Zudem seien diese Masken mit einem Preis von um die 2,45 Euro seiner Meinung nach inzwischen durchaus erschwinglich.

Apotheker Reissig gibt allerdings zu bedenken, dass bei medizinischen Masken nun durchaus auch das passieren könnte, „was mit dem Toilettenpapier passiert ist.” Wenn Einzelne viel mehr Masken kauften, als sie benötigen, dann könne es perspektivisch womöglich doch zu Engpässen kommen. Trotzdem ist er sich „eigentlich sicher”, dass es möglich sein wird, jeden Dortmunder zu versorgen.

Langfristige Verträge sichern Krankenhäuser ab

Selbst, wenn die Dortmunder anfangen sollten Masken zu hamstern, wären die Krankenhäuser wohl nicht direkt betroffen. Gudula Stroetzel, Sprecherin des Dortmunder St.-Johannes-Hospitals, erklärt: „Wir haben im letzten Jahr Versorgungsverträge geschlossen und haben ausreichend bestellt, so dass wir jetzt erstmal mit keinem Engpass rechnen.”

Des Weiteren sei davon auszugehen, dass die Bestimmungen bezüglich der Masken ähnlich lange gelten würden wie der Lockdown – und die Verträge des Hospitals würden deutlich über diesen Zeitraum hinausgehen.

Vorsichtiger äußert sich der Sprecher des Klinikums Westfalen, Klaus-Peter Wolter: „Wir können so eine regionale Versorgungslage nicht einschätzen, wir können auch nicht einschätzen, wie diese Aussagen (des NRW-Gesundheitsministers zu möglicher Masken-Knappheit, Anm. d. Red.) zu bewerten sind.”

Allerdings habe auch das Klinikum Westfalen sichergestellt, dass die Mitarbeiter mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt seien. „Bei uns gibt es keine Knappheit”, denn auch das Klinikum Westfalen habe sichere und langfristig laufende Verträge mit Herstellern abgeschlossen.

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