Vermüllte Treppe am Phoenix-See macht Anwohnerin Sorge

dzMüllproblem

Anwohner beschweren sich über Glasflaschen und Zigarettenpackungen an einer Treppe in Hörde. Die Stadt ist nicht für die Reinigung zuständig. Dabei ist die vermüllte Treppe kein Einzelfall.

von Rebekka Antonia Wölky

Hörde

, 19.11.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine schmale Treppe zwischen Steinkühlerweg und Am Remberg macht Anwohnern bereits seit einiger Zeit Sorge. Denn der Weg in unmittelbarer Nähe zum Phoenix-See befindet sich in schlechtem Zustand. Auf den angrenzenden Grünstreifen liegt häufig Müll, meist Wodkaflaschen und leere Zigarettenpackungen. Die Treppe selbst ist dreckig und sieht aus, als würde sie kaum jemals gefegt.

Auf der anderen Seite der Straße Am Remberg führt eine andere Treppe zum Phoenix-See hinab. Die sei ordentlich und gepflegt, erzählt Christa G. (65), die bald in eine neue Wohnung im Steinkühlerweg zieht. Für die Treppe in der Nähe ihres zukünftigen Wohnhauses hingegen schäme sie sich.

Grundstückseigentümer in der Verantwortung

Bei der Stadt Dortmund hat Christa G. sich bereits beschwert. Auch mit der „Dreckpetze“-App der EDG hat sie die Treppe gemeldet. Doch die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung der Stadt sieht vor, dass nicht EDG oder Tiefbauamt für die Reinigung des Verbindungsweges zuständig sind. Stattdessen sollen die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke Grünstreifen und Weg sauber halten.

Bei gegenüberliegenden Grundstücken seien beide Eigentümer jeweils bis zur Hälfte des Weges zuständig, erklärt Stadtpressesprecher Christian Schön. Das gelte auch für den Winterdienst: Gemeinschaftlich müsse eine Fläche von 1,50 Metern geräumt werden. „Wer sich nicht um den Winterdienst kümmert, riskiert außerdem Unfälle, bei denen Menschen verletzt werden können. Für die Folgen haftet der Anlieger“, sagt er.

Besserung für kurze Zeit

Dass die Eigentümer angrenzender Grundstücke auf einem öffentlich zugänglichen Weg für Ordnung sorgen sollen, findet Christa G. nicht richtig. „Wenn ich direkte Anwohnerin wäre, würde ich mich nicht verantwortlich fühlen“, sagt sie „Da sehe ich eher die Kommune in der Verantwortung.“

Aufgrund der eingegangenen Beschwerden habe das Tiefbauamt die Betreffenden über ihre Pflicht, den Weg in Ordnung zu halten, informiert, so Schön. Und zwischendurch, erzählt Christa G., habe sich daraufhin auch tatsächlich etwas getan.

Stadt prüft zusätzliche Kosten

„Die Glasflaschen waren verschwunden, die Zigarettenpackungen auch.“ Die Treppe habe ausgesehen, als sei sie gefegt worden. „Ein Grundstückseigentümer hat sogar einen Gartenbauer engagiert, der den Grünstreifen gesäubert hat. Das zu sehen hat mich sehr gefreut“, berichtet die 65-Jährige.

Ob die Anwohner ihrer Reinigungspflicht nachkommen, werde kontrolliert, so Schön. Mittlerweile sind die Schnapsflaschen aber trotzdem wieder da, sogar Sperrmüll liegt an der Treppe. Einige andere öffentliche Wege in Dortmund sehen ganz ähnlich aus.

Die Stadt Dortmund überarbeitet aktuell das Wegesystem zur Straßenreinigungs- und Gebührensatzung. Dabei wird auch geprüft, was es den einzelnen Bürger kosten würde, die Wege in die Zuständigkeit der Stadt zu verlegen.

„Littering“ erhöht die Kosten für die Allgemeinheit

Christa G. freut sich, dass man darüber nachdenkt. Das sei immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt sie, und schlägt auch selbst eine Maßnahme vor, die die Situation verbessern könnte: Gegenüber der Treppe befinden sich zwei Trinkhallen. „Dort kaufen die Leute Getränke, nehmen dann den Weg über die Treppe und werfen die leeren Flaschen ins Gebüsch. Wenn man an dem Verbindungsweg einen Mülleimer aufstellen würde, könnte man das Problem mit Sicherheit schon deutlich verringern.“

Christian Schön allerdings sieht ein eher grundsätzliches Problem für den Zustand der Treppe verantwortlich: „Littering“, die Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Umgebung. Sich in der eigenen Nachbarschaft zu kümmern sei „eine weit verbreitete Tugend, die auf dem Rückzug ist.“ Diese Entwicklung treibe die Kosten für die Allgemeinheit in die Höhe.

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