Dieser Blitzer erwischt die meisten Verkehrssünder in Dortmund

dzTempokontrollen

Neun stationäre Blitzer gibt es bislang in Dortmund. Wir nennen alle Standorte mit ihren Auslösezahlen. Eine Lasersäule ist der absolute Spitzenreiter.

Dortmund

, 26.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Ortsunkundige Autofahrer machen immer wieder denselben Fehler. Schaltet die Ampel auf Grün oder hat ihr Vordermann die Ruhe weg, geben sie Gas und rasen an seinem Wagen vorbei. Der überholte Fahrer lässt es langsam gehen; denn er weiß: Gleich kommt die graue oder schwarze Blitzersäule. Und schon ist es für den ungeduldigen Überholer zu spät. Das rote Licht leuchtet am Straßenrand. Vom Blitzer erwischt.

Wieder ein Fall für das Ordnungsamt und eines von insgesamt 24.391 teuren Fotos, die die bis dato sieben stationären Blitzer im ersten Quartal 2019 im Dienste der Stadt geschossen haben. Als Abzocksäule verschrien, als Raserfalle geschätzt – inzwischen stehen neun Blitzersäulen, die Temposünder in Dortmund ausbremsen sollen. Ein zehnter Blitzer ist in Arbeit.

Die Radarsäule am Ostwall blitzt wie am Fließband

Der mit Abstand effektivste Blitzer ist einer der neuesten. Am 2. Januar wurde die Anlage am Ostwall in Fahrtrichtung Norden scharf geschaltet und blitzt seitdem wie am Fließband mit Laser über drei Spuren, rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche. Nach Informationen der Stadt hat sie im ersten Quartal dieses Jahres 18.101 Mal ausgelöst. Der Blitzer steht an einer Baustelle, innerhalb der Tempo 30 gilt. Doch die Autofahrer bleiben offensichtlich mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Die Messstelle wurde eingerichtet, um neben den Alltagsbleifüßen vor allem den Wallrasern Einhalt zu gebieten.

Denselben Zweck verfolgt die neue Blitzersäule am Königswall neben dem Fußballmuseum, die nach einem Testbetrieb inzwischen ebenfalls scharfgeschaltet wurde. Eine weitere Säule ist am Hiltropwall in Höhe der Thier-Galerie geplant. Bevor diese aber aufgestellt werden kann, müssen erst Bauarbeiten der Telekom erledigt sein.

Gleich 212 Verkehrssünder am ersten Tag

Neu ist auch der Blitzer an der B1, Richtung Unna in Höhe der Westfalenhallen. Er wurde ebenfalls am 15. April in Betrieb genommen und hatte bereits am ersten Tag 212 Autofahrer geblitzt.

Der bekannte Blitzer an der B1, Richtung Bochum in Höhe der Lübke-Straße, der auch Rotsünder entlarvt, hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres 2272 Mal ausgelöst, im gesamten Jahr 2018 12.706 Mal, gefolgt von der Anti-Raser-Säule an der Ruhrallee mit 2130 Blitzfotos im ersten Quartal (2018: 11.839).

Dieser Blitzer erwischt die meisten Verkehrssünder in Dortmund

Neu ist auch der stationäre Blitzer am Königswall am Fußballmuseum in Fahrtrichtung Burgtor, schräg gegenüber vom Hauptbahnhof. © Peter Bandermann

Auf 834 Mal brachte es im ersten Quartal der stationäre Blitzer an der Brackeler Straße 27. (2018: 4373). Dahinter rangiert die schwarze Messsäule auf der Stockumer Straße, Richtung Barop, mit 405 überführten Temposündern (2018: 2020), gefolgt von der Anlage an der Mallinckrodtstraße mit 372 Bildern (2018: 1686). Schluss(blitz)licht ist der stationäre Blitzer an der Brackeler Straße, Höhe Nr. 32, mit 277 Fotos (2018: 1218), der gleichzeitig wie die Anlage in Höhe Nr. 27 auch das Durchfahrtsverbot der Umweltzone kontrolliert.

Nicht aus jedem Foto wird ein Verfahren

Aber nicht alle Temposünder werden von der Stadt tatsächlich zur Kasse gebeten. Nicht aus jedem Foto wird ein Verfahren. Und das aus gutem Grund. Die, die zum Beispiel verschont bleiben, saßen am Steuer eines Polizeiautos, Feuerwehr- oder Krankenwagens und waren im Notfall-Einsatz. Stadtsprecher Maximilian Löchter: „Wenn man bei solchen Einsätzen zu schnell fahren muss, wird kein Verfahren daraus.“

Um in den anderen Fällen ein Verfahren in Gang zu setzen, muss klar sein, wer am Steuer saß; denn nach deutschem Recht kann die Stadt nicht einfach den Halter zur Rechenschaft ziehen.

Die Standorte der stationären Anlagen in Dortmund sind auch auf der Seite des Ordnungsamtes veröffentlicht. Die neuen Blitzer am Rheinlanddamm (B1) und am Königswall werden noch nachgetragen, der am Hiltropwall folgt später.

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