Verfrühte Anwohner-Freude: Knöllchen-Ärger in der Karlsglückstraße

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Am Montag (22.6.) staunten die Anwohner der Karlsglückstraße in Dorstfeld nicht schlecht: All ihre Autos waren mit Knöllchen versehen. Ihr Ärger löste sich schnell in Luft auf – zu Unrecht.

Dorstfeld

, 24.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Karlsglückstraße in Dorstfeld ist eng. Richtig eng. Als sie 1914 gebaut wurde, waren parkende Autos selten. Und man war weit davon entfernt, dass mindestens ein Auto pro Haushalt einen Parkplatz benötigt.

Auf der Karlsglückstraße bietet die Fahrbahn jedenfalls so wenig Platz, dass die Anwohner heutzutage ihre Autos auf dem Gehweg parken müssen, damit ein weiteres Auto durchfahren kann. Bereits vor knapp 20 Jahren wollten die Anwohner deshalb Einfahrten auf ihren Grundstücken nachrüsten.

Doch der Denkmalschutz machte das Vorhaben zunichte. Eine Alternativlösung gab es nicht. Stattdessen hagelte es 2001 Knöllchen. Alle Anwohner sollten 50 Mark für ihr Parkvergehen zahlen. Am Montag (22.6.) gab es ein Déjà-vu.

Anwohner sollen 30 Euro zahlen

Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund verteilte Strafzettel. Die Besitzer von knapp 30 an der Karlsglückstraße geparkten Autos sollten je 30 Euro für das Parken auf dem Gehweg bezahlen. Ein Ärgernis für die Anwohner.

„Nach dem Aufstand damals war sogar der Oberbürgermeister hier“, erinnert sich ein Anwohner. „Alle konnten sehen, dass man hier nicht anders parken kann.“

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Seitdem hatten die Anwohner der Karlsglückstraße Ruhe. Bis Montag. „Am Wochenende war ein Krankenwagen hier, der seine Türen wegen der Platznot nicht richtig aufbekommen hat und alles durch die Hintertür holen musste“, sagt die Frau des Anwohners. „Vielleicht hat der die Situation hier gemeldet.“

Dabei seien die Anwohner immer hilfsbereit gewesen. Hätten sogar einmal all ihre Autos weggefahren, um einem verirrten Lkw die Durchfahrt zu ermöglichen. Doch ihr Ärger über den Knöllchen-Regen löste sich schnell in Luft auf.

Stadt will Situation nochmal prüfen

„Unsere Knöllchen wurden zurückgenommen“, freut sich der Anwohner am Dienstag (23.6.). Doch vielleicht haben sie sich zu früh gefreut: „Die Knöllchen wurden ausgestellt und nicht zurückgenommen“, sagt nämlich Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Situation vor Ort sei lediglich erneut kontrolliert worden, das Fehlverhalten der Autobesitzer habe sich bestätigt. Die Fahrbahn der Karlsglückstraße sei ebenso schmal wie ihre Gehwege.

„Die Maße der Fahrbahn und der Gehwege lassen in der Karlsglückstraße keinerlei Parken zu“, sagt Maximilian Löchter. Bei der Überprüfung sei festgestellt worden, dass es auf den Gehwegen kaum Restbreite für Fußgänger gebe, die so auf die Straße ausweichen müssten.

„Das ist ein Zustand, der im Interesse einer gefahrenfreien Nutzung der Gehwege nicht hinnehmbar ist“, sagt Maximilian Löchter. „Die Verkehrsüberwachung wird die Situation weiter beobachten.“

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