Verkehrschaos droht: Warnstreiks bei Bussen und Bahnen auch in Dortmund

dzAufruf für Dienstag

Zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr hat die Gewerkschaft ver.di für den kommen Dienstag aufgerufen. Jetzt schon steht fest: Die Arbeitsniederlegungen betreffen auch den Verkehr in Dortmund.

Dortmund

, 25.09.2020, 11:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pendler müssen sich kommenden Dienstag (29.9.) auf Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr vorbereiten. Die Gewerkschaft ver.di ruft zu den Streiks auf, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr durchzusetzen.

DSW21 bestätigte nun, dass die Streikmaßnahmen den Nahverkehr in Dortmund komplett stilllegen werden. Für die Nutzer des ÖPNV in Dortmund bedeutet das, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien am kommenden Dienstag nicht fahren werden. Dies gilt von Betriebsbeginn, etwa 3:30 Uhr, bis Betriebsende um etwa 1:30 Uhr am 30. September.

Ebenfalls betroffen sind auch die Nachtexpress-Linien von DSW21, die gegenwärtig um 0:15 Uhr oder 0:45 Uhr vom zentralen Ausgangspunkt Reinoldikirche sternförmig in alle Stadtteile starten. Auch die DSW21 Kundencenter Petrikirche, Hörde Bahnhof und Castrop Betriebshof bleiben ebenfalls am Dienstag ganztägig geschlossen.

Laut DSW21 sind die Nahverkehrszüge und S-Bahn-Linien im DSW21-Verkehrsgebiet sowie die H-Bahn nicht von dem Streik betroffen.

Zurzeit laufen bundesweit Verhandlungen über die Tarifverträge im öffentlichen Nahverkehr. Obwohl der ÖPNV zum öffentlichen Dienst gehört, haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts mit den derzeit ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen zu tun.

ver.di fordert bundesweiten Tarifvertrag

Beim ÖPNV handelt es sich um Spartentarifverträge. Da diese sich aus Sicht von ver.di in den vergangenen Jahren in den einzelnen Bundesländern auseinanderentwickelt haben, möchte ver.di nun einen bundesweiten Tarifvertrag durchsetzen.

Konkret geht es dabei um zentrale Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen, heißt es in einer Pressemitteilung von ver.di. Zudem soll mit einer Förderung für Auszubildende Anreize zum Einstieg in den Beruf und zur Nachwuchsförderung geschaffen werden.

Verhandlungen abgelehnt

Nach eigenen Angaben fordert ver.di seit März dieses Jahres die Verhandlung eines bundesweiten Rahmentarifvertrages. Am Wochenende hatte sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) gegen die Aufnahme von Verhandlungen ausgesprochen.

„Nach 20 Jahren Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Sie weist darauf hin, dass trotz steigender Fahrgastzahlen in den letzten 20 Jahren 15.000 Stellen abgebaut wurden.

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