Vater quälte Sohn in den Freitod - zwei Jahre auf Bewährung

Mildes Urteil

Schockierende Geschichte am Donnerstag im Amtsgericht: Jahrelang wurde eine 18-Jährige und ihr Bruder von ihrem Dortmunder Stiefvater geschlagen und gequält. So lange, bis ihr Bruder den Freitod wählte. Trotzdem traf den Täter nur ein mildes Urteil.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 13.01.2011, 19:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seine Stieftochter erreichte er damit jedoch nicht. „Ich weiß, dass mein Bruder im Himmel ist. Er ist ein Engel. Er hat damals für mich gekämpft, deshalb kämpfe ich heute für ihn“, sagte die 18-Jährige. Der Angeklagte habe sie geschlagen, wenn das Steak verbrannt war, wenn sie die Schulhefte bekritzelt oder einfach mal nicht aufgeräumt habe. Wenn es schlimmer wurde, habe er sie mit glühenden Zigaretten gequält und gedemütigt.

Die Zeugin: „Wenn andere daran zurückdenken, was sie mit zwölf Jahren Tolles erlebt haben, denke ich nur: Mit zwölf habe ich gewaschen, geputzt, gekocht und trotzdem aufs Maul gekriegt.“ Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Der 46-Jährige muss außerdem eine Gewalt-Therapie machen und 250 Sozialstunden ableisten.

„Das Urteil ist mild“, räumte der Richter nach der Verkündung ein. Aber der Suizid des Jungen könne dem Stiefvater allenfalls moralisch vorgeworfen werden. Die 18-Jährige reagierte empört. „Ich hoffe, dass du verreckst“, schrie sie ihrem Peiniger beim Rausgehen ins Gesicht. 

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