Urteil: Mann starb bei Brand, Frau klaute am selben Tag sein Auto

Wohnungsbrand

Nach einem verheerenden Wohnungsbrand mit zwei Toten in Dortmund wurde eine Frau monatelang gesucht. Inzwischen ist sie verurteilt worden - ein anderer Todesfall kam aber nicht vor Gericht.

Dortmund

, 17.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwei Personen starben bei diesem Brand im vergangenen Jahr in Dortmund.

Zwei Personen starben bei diesem Brand im vergangenen Jahr in Dortmund. © Oliver Schaper

Im Jahr 2019 sind drei Personen in Dortmund bei Wohnungsbränden gestorben. Jetzt erklärt die Staatsanwaltschaft, was aus den Ermittlungen zu den Todesfällen geworden ist.

Mitte Februar ist ein 53-jähriger Mann in Aplerbeck ums Leben gekommen. Staatsanwalt Henner Kruse erklärt zum inzwischen eingestellten Verfahren: „Nach polizeilichem und rechtsmedizinischen Untersuchungen hat der Wohnungsinhaber den Brand fahrlässig selbst verursacht.“

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Aufsehenerregender waren die Begleitumstände des Todes einer 84-Jährigen und ihres 51-jährigen Sohnes. Am 9. Januar brannte ihr Reihenhaus in der Gartenstadt, die Polizei suchte nach einer 35-Jährigen, die bis zu dem Tag im Haus gelebt hatte.

Nach monatelanger Flucht ist sie im Mai im Kreis Viersen festgenommen worden. Die Frau ist Anfang 2020 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden, berichtet Henner Kruse: „Allerdings nicht wegen des Brandgeschehens.“

Eine Überwachungskamera hatte sie gefilmt, als sie am Tattag das betroffene Haus verließ. Sie stieg in das Auto des 51-Jährigen und fuhr davon. Zu diesem Zeitpunkt habe der Mann aber wohl noch gelebt, so der Staatsanwalt.

Ein technischer Defekt war nicht auszuschließen

Sachverständige konnten einen technischen Defekt als Brandursache nicht ausschließen. Neben dem Diebstahl des Autos ist die Frau des Betrugs schuldig gesprochen worden, weil sie einige Monate zuvor nach Vorlage falscher Papiere einen BMW gemietet und nicht zurückgegeben hatte.

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