Am Rombergpark entstehen neue Wohnungen – alte Bäume müssen weichen

dzBäume gefällt

In einer Traumlage im Dortmunder Süden baut ein Unternehmen neue Wohnungen. Dafür werden derzeit sehr alte Bäume gefällt. „Das bricht einem das Herz“, sagt Anwohnerin Sabine Frowein.

Brünninghausen

, 28.10.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bolmke ist ganz nah, Rombergpark und Zoo sind quasi auf der anderen Straßenseite und bis zum Stadion sind es 1,7 Kilometer. Die Lage des Grundstücks ist nicht die schlechteste.

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Hier, an einer der meistbefahrenen Verkehrsachsen zwischen der Innenstadt und dem Süden, entstehen neue Wohnungen.

28 Wohnungen mit 60 bis 105 Quadratmetern

An der Ardeystraße 137 steht heute ein Gebäudekomplex. Seit etwa einem Jahrzehnt stehen die Räume, zu denen auch ein vorgelagerter Flachbau gehört, allerdings leer.

Am Rombergpark entstehen neue Wohnungen – alte Bäume müssen weichen

Anwohnerin Sabine Frowein hätte sich gewünscht, dass die Bäume in das neue Bauvorhaben integriert worden wären. Das sei aber nicht möglich gewesen, sagt der Bauherr. © Michael Nickel

Ende 2018 hat Lars Brunow das Grundstück gekauft. Er ist Geschäftsführer der Bauko Baukoordinations GmbH – mit Sitz an der Ardeystraße 133.

Das Unternehmen will auf dem neu erworbenen Grundstück 28 Wohnungen bauen. Untergebracht werden sie in zwei baugleichen Gebäuden mit jeweils 2,5 Geschossen und 14 Wohnungen zwischen 60 und 105 Quadratmetern.

„Der Abriss der bestehenden Gebäude wird wohl Mitte oder Ende November beginnen“, sagt Brunow.

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Läuft alles glatt, sollen die Bauarbeiten im Januar 2020 beginnen. Mitte 2021 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Zeitnah soll ein großes Bauschild aufgestellt werden, das Passanten und Autofahrer über die Baustelle informiert.

Schon seit einigen Tagen sieht es hier anders aus, als es so mancher gewohnt war. Denn für die Vorbereitung der Bauarbeiten sind Sträucher entfernt und Bäume gefällt worden, darunter ein Jahrzehnte alter, hoch- und breitgewachsener Ahorn.

Ein großer Ahorn musste gefällt werden

„Das bricht einem das Herz“, sagt Anwohnerin Sabine Frowein. Sie war zuletzt im Urlaub, als sie am Sonntag (27. Oktober) zurückkam, war der Ahorn gefällt und zerlegt.

Am Rombergpark entstehen neue Wohnungen – alte Bäume müssen weichen

Hier, an einer der wichtigsten Verbindungsstraßen zwischen der Dortmunder Innenstadt und dem Süden, entstehen neue Wohnungen. © Michael Nickel

Am Montag (28. Oktober) hat sie bei der Stadt Dortmund angerufen. Das Gespräch habe aber nicht viel gebracht, sagt sie, abgesehen von der Information, dass der Besitzer des Grundstücks für Ersatzpflanzungen sorgen müsse.

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„Ich habe diesen Baum geliebt“, sagt Sabine Frowein. „Alle reden von Klimaschutz. Man hätte den Ahorn und die anderen Bäume doch einarbeiten können.“ Vor allem an einer so stark befahrenen Straße mit viel Stau seien Bäume viel wert.

Am Rombergpark entstehen neue Wohnungen – alte Bäume müssen weichen

Eines der letzten Fotos, das den Ahorn in voller Pracht zeigt. © privat

Ganz so einfach sei es aber nicht, sagt Lars Brunow. „Der Ahorn wäre im Zuge des Bauvorhabens nicht zu retten gewesen. Den Wert des Baumes, auch für unsere späteren Anwohner dort, haben wir schon gesehen, jedoch stand dieser Baum schon circa einen Meter über dem eigentlichen Gelände in einer Sandsteinmauer verwurzelt.“

Beim Abtrag der Mauer und Arbeiten für den Kellerbereich hätte dieser in jedem Fall seine Statik verloren, so Brunow.

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Er verspricht neue Bäume, weiß aber, dass der Charme des Ahorn sich über „Jahrzehnte wieder entwickeln“ muss. Frowein bleibt nichts übrig, als es hinzunehmen: „Was weg ist, ist weg.“

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