Sorge nach Tod von Corona-Patientin aus Altenzentrum: Stadt und Träger beruhigen

dzErste Dortmunder Verstorbene

Die Frau, die als erste Dortmunderin an den Folgen des Coronavirus starb, lebte in einem Altenzentrum. Stadt und Träger nehmen Stellung zu Sorgen von Angehörigen.

Dortmund

, 08.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine 85-Jährige aus dem Dortmunder Westen war am 1. April die erste Dortmunderin, die an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus starb. Die Frau war Bewohnerin einer Altenwohnung im Dortmunder Westen.

Der Caritasverband Dortmund als Betreiber bestätigt diese Information auf Anfrage dieser Redaktion. Sprecherin Sarah von Borzestowski betont, dass die Senioren-Mietwohnungen - hier wohnte die Dame - räumlich und organisatorisch vom Pflegebereich des Seniorenheims getrennt sind.

Noch mehr Infektionen? Anonymer Brief erhebt schwere Vorwürfe

Diese Redaktion hat am Donnerstag (2.4.) ein anonymer Brief erreicht, in dem ein angeblicher Angehöriger einer Bewohnerin zum Teil schwere Vorwürfe erhebt. Der Autor oder die Autorin des Briefes möchte die Anonymität wahren, um Nachteile für Angehörige zu verhindern.

Wörtlich heißt es in dem zweiseitigen Schreiben: „Ich wende mich an Sie, da ich Angst um meine Angehörige und um die weiteren Bewohner und das Personal habe.“ Personen, die mit der nun verstorbenen 85-Jährigen in Kontakt waren, hätten weitergearbeitet, auch gäbe es angeblich Bewohner mit Symptomen.

Caritas widerspricht den Behauptungen in dem Brief

Die Caritas und die Stadt Dortmund widersprechen der Darstellung in dem Brief. „Die Mieter nehmen keine pflegerische Versorgung oder Serviceleistungen der Einrichtung in Anspruch. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen haben die Mieter keinen Kontakt zu den Bewohnern der Einrichtung“, sagt Caritas-Sprecherin Sarah von Borzestowski.

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Stadtsprecherin Anke Widow sagt: „Der Verdacht, dass Infektionen verschwiegen oder Kontaktpersonen nicht getestet worden seien, ist nicht zutreffend.“

Laut Caritas ist die am 1. April gestorbene Frau nach einem Sturz am 26. März von Mitarbeitern des Altenzentrums erstversorgt und ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Frau hatte laut Caritas Kontakt zu insgesamt vier Mitarbeitern, die sie erstversorgt haben. „Diese vier Personen wurden mit Bekanntwerden der Infektion freigestellt und auf das Virus getestet. Das Ergebnis fiel bei allen negativ aus. Sie befinden sich dennoch vorsorglich noch in Quarantäne“, sagt Sarah von Borzestowski.

Caritas: „Es gibt aktuell keine Anzeichen für weitere Infektionen.“

„Aktuell gibt es weder bei Bewohnern noch Personal Anzeichen für eine Infektion mit Covid-19“, sagt die Caritas-Sprecherin am Freitag (3.4.): „Wir stehen seit Bekanntwerden des positiven Tests der Mieterin in ständigem Kontakt mit Heimaufsicht und dem Gesundheitsamt und haben umgehend Maßnahmen abgestimmt.“ Mieter, Bewohner und Personal seien über die Infektion informiert worden.

In den Dortmunder Seniorenheimen herrschen seit mehreren Wochen strenge Hygieneregeln. Die Ausstattung mit Schutzmaterial bezeichnete Martin Kaiser, Geschäftsführer der städtischen Seniorenheime, zuletzt in einem Gespräch mit dieser Redaktion als ausreichend.

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„Auch in Pflegeheimen ermittelt und testet das Gesundheitsamt die engen Kontaktpersonen. Die Kriterien der Quarantäneanordnung entsprechen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow.

Bisher eine weitere Erkrankung in einem Pflegeheim

Bisher habe es einen weiteren Fall in einem Dortmunder Pflegeheim gegeben (Stand: Montag, 6.4. 18 Uhr). Die Betroffene sei bereits wieder genesen.

Bundesweit spitzt sich die Situation in Einrichtungen in Pflegeheimen nach Einschätzung verschiedener derweil Experten zu. Zuletzt forderte das Deutsche Rote Kreuz besseren Schutz für Pflegepersonal und Sanitäter.

Wann gilt die Covid-19-Erkrankung als Todesursache?

  • Nach Angaben der Stadt Dortmund gilt ein Patient als „an Covid-19 verstorben“, wenn er positiv getestet wurde, die typischen Symptome und Befunde aufwies und eine anderweitige Todesursache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen worden ist.
  • „Standardmäßige Testungen sind in Todesfällen nicht vorgesehen“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow.
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