Unbekannter kippt asbesthaltiges Material auf öffentlichen Weg

dzUmweltfrevel

Mitten in unberührter Natur in der Nähe des Biotops Auf dem Brink und des Süggelbachs türmte sich am Mittwoch Bauschutt, der den krebshaltigen Stoff Asbest enthielt.

Kemminghausen

, 06.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrradfahrer und Fußgänger fuhren oder liefen am Mittwoch kopfschüttelnd an einem Berg von Baumaterial vorbei, den ein Unbekannter mitten auf einem öffentlichen Weg ausgekippt hatte - und zwar auf dem schmalen Teilstück der Straße Auf dem Brink, das für landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer freigeben ist (Nähe Am Dingelkamp).

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Die Vermutung, die ein Leser bereits äußerte, bestätigt nun EDG-Sprecherin Petra Hartmann. Es handelt sich unter anderem um zerschlagene Eternitplatten, in denen der krebserregende Stoff Asbest vorkommt.

Müll muss in Big-Bags verpackt werden

Für die Entsorgung solcher Art von Müll sei die EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) nicht zuständig. Darum kümmere sich die DOGA (Dortmunder Gesellschaft für Abfall mbH). Die DOGA ist eine Beteiligungsgesellschaft der EDG Holding GmbH.

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Der Abfall muss unter entsprechendem Arbeitsschutz aufgenommen und in entsprechend gekennzeichneten Big-Bags (Kunststoffgewebesäcke) neu verpackt werden und wird dann zur Deponie Nordost gebracht. Zum Arbeitsschutz gehören entsprechende Anzüge und Atemschutz.

Hier war für Fahrradfahrer, Fußgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht nur ein schweres Durchkommen - der hier abgelegte Müll war höchst gefährlich

Hier war für Fahrradfahrer, Fußgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht nur ein schweres Durchkommen - der hier abgelegte Müll war höchst gefährlich. © Andreas Schröter

Hätte der Verursacher den Müll zu einem normalen Recyclinghof gebracht, wäre er dort abgewiesen worden. Auch er hätte den Müll entsprechend verpacken und zur Deponie bringen müssen. Dort kostet die Entsorgung einer Tonne solchen Sondermülls eine Gebühr von 44,30 Euro.

Petra Hartmann weiter: „Da es sich um einen gefährlichen Abfall handelt, hätte ein ermittelter Verursacher sicherlich mit einem hohen Bußgeld zu rechnen.“ Da eine Anzeige gegen Unbekannt jedoch keinen Sinn mache, verzichte das Unternehmen darauf.

Da es sich um asbesthaltiges Material handele, sei der Entsorgungsaufwand sehr hoch. Und: „Der Verursacher hat in diesem Fall jedoch nicht nur hohe Kosten verursacht, die letztlich die Öffentlichkeit zu tragen hat, sondern sich selbst einer nicht unerheblichen Gesundheitsgefahr durch die freigesetzten Asbestfasern ausgesetzt.“

So schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum Asbest ein

Auf der Website des Deutschen Krebsforschungszentrums heißt es: „Das faserige und sehr widerstandsfähige Mineral Asbest kann Lungenkrebs und Rippenfellkrebs auslösen, ein sogenanntes Mesotheliom. Auch Kehlkopfkrebs ist möglich. Weitere Krebsarten werden diskutiert. Asbest wird schon seit dem Altertum verwendet: als Baumaterial, zum Brandschutz, zur Isolation. Wegen der Krebsgefahr wurde die Verwendung zunächst stark eingeschränkt. Seit 1993 ist Asbest in Deutschland weitgehend verboten.“

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