Nicht weniger, sondern mehr Kontrollen des Dortmunder Ordnungsamts fordert unser Autor, den gelockerten Corona-Kontrollen zum Trotz. © Stephan Schütze (Archiv)
Meinung

Überwacht uns stärker – wir Dortmunder brauchen es!

Bloß nicht so viele Kontrollen? Nach Corona sollen Polizei und Ordnungsamt sich wieder zurückziehen? Unser Autor sagt: Nein, in Dortmund brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Überwachung.

Ganze Trupps von Polizei und Ordnungsamt in der Innenstadt. Das große Patrouillieren auf dem Westenhellweg, ob auch ja niemand in den Döner beißt oder einen Schluck trinkt. Corona hat gezeigt: Wenn die Ordnungsmacht will, wenn sie genügend Befugnisse hat und drastische Strafen aussprechen kann, hat sie Erfolg.

Nun aber, wo wir fast alles wieder dürfen, schaukelt es sich hoch ins Gefährliche. An der Möllerbrücke und im Westpark zum Beispiel. Schon zum Ende der Ausgangssperren-Zeit gab es immer mehr offene Provokationen gegen andere, auch furchtlos und dreist gegen die Polizei.

Provokation, Zerstörung, Jagdszenen, ein Toter

Die wirkte zugegebenermaßen auch deeskalierend, statt dass sie hart durchgriff und den jungen, betrunkenen Permanent-Provokateuren einmal kurz klarmachte, welche Befugnisse die Polizei hat in diesem Land.

In den Wochen danach folgten blinde Zerstörung, Jagdszenen, ein Toter. Ist das irgendwie nachvollziehbar, irgendwie noch ein Genießen der vermissten Freiheit, das leider umgeschlagen ist in Gewalt? Ist da einfach irgendwie etwas aus dem Ruder gelaufen?

Das fiese Grinsen ins Gesicht der Helfer

Nein, es ist die logische Fortführung dessen, was Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, Ärzte, Ordnungsamts-Mitarbeiter schon seit Jahren hinnehmen müssen. Das fiese Grinsen ins Gesicht all derer, die sich um Regeln und Hilfe kümmern. Ihr tut doch nichts, also treibe ich es weiter. Erst mit Worten, dann mit Gewalt. Da muss die Ordnungsmacht ansetzen.

Düsseldorf etwa hat dreimal so viele Ordnungsamts-Mitarbeiter wie Dortmund. Bei gleicher Größe. Dabei brauchen wir mehr Überwachung, mehr Abschreckung. Offenbar haben viele Dortmunder das soziale Miteinander seit Corona-Beginn verlernt, nicht nur am Westpark, auch an vielen anderen Orten in der Stadt.

Hohes Bußgeld? Quatsch: ein Platzverweis

Klar: Passiert doch nichts. Gibt es Strafen? Immenses Bußgeld wie bei Corona-Vergehen? Nein, es gibt eine Ermahnung, dann einen Platzverweis. Auch das kann Wirkung zeigen, aber nur, wenn die Ordnungsmacht mit vielen Menschen auftritt. Als Trupp eben wie bei Corona. Und wenn man damit rechnen muss, dass diese Patrouille auch überall auftauchen kann.

Deshalb: Das Ordnungsamt braucht Personal und Befugnisse. Nur dann traut man sich auch andauernd an die Gruppen heran, die wirklich für Ärger sorgen. All die Gruppen, die immer von Respekt reden, aber selbst den anderen keinen zollen. Und da ist es egal, ob nachtposender Tuner, Dorstfelder Rassist, Familienehre-Verteidiger oder Wildparty-Möllerbrückler.

Sie alle haben dann Respekt, wenn die Ordnungsmacht auch viel Ordnungsmacht ausstrahlt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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