Überstunden-Wahnsinn: Dortmunder Kellner, Köche & Co. „verschenken“ 5,4 Millionen Stunden

Gastro-Gewerkschaft NGG alarmiert

Mitarbeiter im Dortmunder Gastgewerbe verschenkten Überstunden, so die Gastro-Gewerkschaft NGG: 5,4 Millionen Stunden hätten sie kostenlos geleistet. Eine Gruppe sei besonders betroffen.

Dortmund

, 28.08.2019, 08:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Überstunden-Wahnsinn: Dortmunder Kellner, Köche & Co. „verschenken“ 5,4 Millionen Stunden

Wer im Gastgewerbe arbeite, verschenke Überstunden, so die Gewerkschaft NGG. © picture alliance/dpa

Die Zahlen, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammengetragen hat sind alarmierend: Die Mitarbeiter in den Dortmunder Gastronomie-Betrieben sollen laut einer Studie, die NGG in Auftrag gegeben hat, 10,1 Million Überstunden geleistet haben. 5,4 Millionen Überstunden davon hätten sie ihren Arbeitgebern „geschenkt“, weil diese nicht entlohnt worden seien.

Die Dortmunder Gastronomen hätten so 136 Millionen Euro auf Kosten ihrer 11.000 Mitarbeiter verdient, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft, die die NGG am Dienstag veröffentlicht hat.

Minijobber besonders betroffen

„Von der Küchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 53 Prozent dieser Arbeitsplätze in Dortmund Minijobs“, sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Sträter. Das Problem der 450-Euro-Kräfte: Sie dürfen keinen Euro hinzuverdienen. „Also werden die Überstunden entweder gar nicht oder schwarz bezahlt – bar auf die Hand“, so Stäter, der reguläre Beschäftigung fordert.

Die Gewerkschaft hat für die Studie das Pesthel-Institut beauftragt. Die Wissenschaftler sind von bundesweiten Durchschnittswerten ausgegangen. Demnach waren 44 Prozent aller in Dortmund geleisteten Überstunden im Gastgewerbe unbezahlt.

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