Über die Zeche Elisabeth in Berghofen ist jetzt ein Buch erschienen

dzZeche Elisabeth

Alte Aufzeichnungen seines Vaters haben Wolfgang Treude auf die Idee gebracht, ein Buch über ein Stück Berghofer Bergbaugeschichte herauszubringen. Und darin gibt es manche Überraschung.

Berghofen

, 27.04.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Berghofer können sich sicher daran erinnern. 2015 brachte sich die Zeche Elisabeth zurück in ihr Gedächtnis. Sie muckte auf. Das Ergebnis waren Bergschäden entlang der Wittbräucker Straße. Monatelang standen hier die Silos und verfüllten alte Schächte, die vor Hunderten von Jahren in den Berghofer Boden getrieben wurden.

Einer, der schon zu der Zeit viel über die kleine Zeche wusste, in der 1753 die erste Kohle gefördert wurde und die dann 1855 stillgelegt wurde, ist Burkhard Treude. Der Berghofer Heimatforscher, der schon mit diversen Vorträgen über das alte Berghofen die alten Zeiten wachhält, hat umfangreiches Material über den Bergbau im Dortmunder Süden von seinem Vater Helmut Treude geerbt.

Ein Lochstein ist das letzte Überbleibsel

Unter anderem auch über die Zeche Elisabeth, von der es heute lediglich noch einen Lochstein (eine Art Grenzstein) am Fuße des Ehrenmals im Berghofer Wald gibt. „Mein Vater hatte umfangreiches Material gesammelt. Das, so hat mir ein Fachmann bestätigt, sei so gut recherchiert, dass man daraus auch ein Buch machen könnte“, sagt Burkhard Treude. Während sein Vater Helmut sich wohl vor dem letzten Schritt, die Herausgabe des Buches, ein wenig gescheut hat, machte Burkhard Treude Nägel mit Köpfen. Er holte sich Dr. Volker Schacke einen echten Fachmann in Sachen Bergbau an die Seite und beide begannen an dem Buch über ein Stück Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet zu arbeiten.

Über die Zeche Elisabeth in Berghofen ist jetzt ein Buch erschienen

So sieht das Cover des Buches aus. © Treude

Herausgekommen ist ein lehrreiches und spannendes Buch mit dem Titel: Helmut Treude - Die Steinkohlenzeche Elisabeth in Dortmund-Berghofen/Loh 1731 – 1855, das auf 135 Seiten mit 90 Abbildungen und ausführlichen Begriffserklärungen der Bergbausprache in eine Zeit entführt, als das schwarze Gold im Ruhrgebiet und vor allem im Dortmunder Süden zutage geholt wurde.

Viele Fotos und Illustrationen

Das Buch bietet neben alten Fotos und Kartenmaterial viele interessante Informationen über den frühen Bergbau im 18. und 19. Jahrhundert, speziell über das riesige Wasserpumpwerk an der Wittbräucker Straße. Das Grubenfeld erstreckte sich vom Niederhofer Kohlenweg im Westen bis zum Hirschweg im Osten – und von der Unteren Egge im Süden bis zum Lohbach im Norden. Kosten wird es 10 Euro und wird unter anderem am 1. Mai auf der Maifeier im Berghofer Ortskern erhältlich sein.

„Der Reinerlös dieses Buches kommt dem gemeinnützigen Verein „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“ für den Betrieb eines sozialen Begegnungszentrums mit Kultur- und Bildungsforum in Berghofen zugute“, sagt Burkhard Treude. Und die Käufer dürfen sich auf überraschende Dinge freuen, die es auf den Seiten zu entdecken gibt. Wasserkunst zum Beispiel. Kunst deswegen, weil es sich für die damalige Zeit um eine echte Ingenieurskunst handelte, was da auf Berghofer Boden errichtet wurde.

Über die Zeche Elisabeth in Berghofen ist jetzt ein Buch erschienen

Von dem Wasserkunstwerk, das 1802 an der Wittbräucker Straße errichtet wurde, gibt es nur eine Skizze. © Repro Bauerfeld

Ein Ingenieurskunstwerk auf Berghofer Boden

Denn, um das Wasser von den Stollen wegzuhalten, in denen die Kohle abgebaut wurde, musste es abgepumpt werden. Und dazu wurde 1802 auf der Wiese gegenüber dem ehemaligen „Club-Hotel“ (Wittbräucker Straße 273) eine Wasserkunst installiert. Ein großes, hölzernes Rad, das mit einem Gestänge (ebenfalls aus Holz) verbunden ist, welches in einen Schacht führt und dort Grundwasser in höher gelegenen Ablaufschächte fördert.

Am Ende nutze dies aber auch nichts. Der Abbau der Steinkohle wurde zu teuer, die Zeche Elisabeth geschlossen. Aber das können Sie ja alles in dem Buch von Burkhard Treude nachlesen.

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