Hörder Hotel „Zum Brauhaus“ steht gleich zwei Mal zum Verkauf

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Das Hörder Hotel „Zum Brauhaus“ wird im Internet für 870.000 Euro angeboten. Doch wer das Gebäude verkaufen darf, steht offenbar noch nicht fest.

Hörde

, 08.10.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Frage - das altehrwürdige Hotel „Zum Brauhaus“ an der Alfred-Trappen-Straße ist ein echter Hingucker. Mit seinen Erkern, Fassaden-Ornamenten und dem großen Logo der Stifts-Brauerei gehört es zu den auffälligsten Gebäuden in der Hörder Fußgängerzone.

Und dieses über 100 Jahre alte Haus sucht einen neuen Besitzer - zumindest vermittelt diesen Eindruck eine große Anzeige auf dem Immobilienportal „Immobilien-Scout 24“.

Ein Stück Ur-Dortmund

„Hier erwerben Sie Tradition und ein Stück Ur-Dortmund. Konzipieren Sie Ihr Hotelkonzept in einem pulsierenden und beliebten Stadtteil“, verspricht die Annonce, in der zahlreiche Details über den historischen Gastronomiebetrieb preisgegeben werden.

So befänden sich über dem „urigen Gastraum“ zwei geräumige Wohnungen mit je 87 Quadratmetern Wohnfläche. In den übrigen Etagen gebe es zehn Räume, die mit wenig Aufwand wieder als Hotelzimmer genutzt werden könnten. Selbst ein Angebot für einen Aufzug liege bereits vor. Und das alles für 870.000 Euro.

Eine Frage stellt sich trotz der Auflistung dieser exakten Hinweise jedoch: Wird für das einstige Hotel, dessen Gästezimmer derzeit leer stehen, tatsächlich ein neuer Besitzer gesucht? Und wenn ja, wer zeichnet für den Verkauf verantwortlich?

Staunen über Offerte

Der Besitzer möchte sich auf jeden Fall nicht zu der Internet-Verkaufsanzeige äußern. Vielmehr meldet sich wenig später die in Dortmund ansässige Maklerin Kerstin Kreis, der das Internet-Angebot bis dato fremd war und die sich sehr über diese Offerte wundert.

Sie befinde sich mit dem Besitzer des Gebäudes im Gespräch und wolle ebenfalls eine Annonce schalten, habe aber von der Anzeige der Konkurrenz nichts gewusst. Und die passt nicht in das Geschäftsprinzip von „Rosenkranz und Kreis Immobilien“: „Wir arbeiten nur mit Alleinaufträgen.“

Interessenten vorhanden

Etwas verwundert zeigt sich auch Verena Freifrau v.d. Heyden-Rynsch, die ebenfalls ein Immobilienbüro in Dortmund betreibt - und hinter der Anzeige auf Immobilien-Scout 24“ steht.

„Der Besitzer des Hauses hat uns beauftragt“, sagt die Maklerin ihrerseits, „die Details zu dem Gebäude haben wir von ihm.“ Es gebe sogar schon Interessenten, jedoch mangele es an einem extrem wichtigen Detail: Zu den derzeitigen Mieteinnahmen fehle es an den nötigen Dokumenten. „Und das wollen Interessenten natürlich wissen.“

So manche Frage bleibt bislang also offen. Wurden beide Unternehmen mit dem Verkauf des Gebäudes betraut ohne voneinander zu wissen? Und wem steht letztlich das Recht zu, das ehemalige Hotel zu veräußern?

Aber wenn auch nur wenig Licht ins Dunkel rund um das Gebäude fällt, so steht doch eines fest: Das altehrwürdige Hotel „Zum Brauhaus“ ist ein echter Hingucker.

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