Zweigleisiger U43-Ausbau: Stadt und DSW21 reagieren auf Skeptiker

dzVerkehrsführung

Nicht uneingeschränkt positiv sehen Dortmunder den zweigleisigen Ausbau der Stadtbahn-Linie U43 zwischen Brackel und Asseln. Stadt, Politik und DSW21 beantworten kritische Fragen.

Brackel, Asseln

, 03.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitteilung der Stadt, dass der zweigleisige Ausbau der Stadtbahn zwischen Brackel und Asseln nun beginnt, hat für viele Reaktionen im Sozialen Netzwerk Facebook gesorgt. Viele, die sich dort zu Wort melden, haben Angst, dass sie künftig in beiden Fahrtrichtungen hinter der Bahn „herzuckeln“ – so heißt es in einem Kommentar.

Und dass sie zum Beispiel an der Haltestelle Döringhoff warten müssen, bis die Fahrgäste ein- und ausgestiegen sind und die Bahn weiterfährt. Das jedoch wird nicht der Fall sein, weil die Fahrbahn für Autos und die Bahngleise getrennt verlaufen sollen.

Die Stadtbahn unabhängig vom Autoverkehr zu machen und somit für eine Reduzierung der Gefahrenquellen zu sorgen, sei eines von mehreren Zielen für den Umbau, wie DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung erklärt.

Auf dieser Grafik ist zu erkennen, wie sich der Straßenraum künftig aufteilt. Es gibt Grünstreifen, Fahrradwege, Stadtbahngleise und Fahrspuren für Autos

Auf dieser Grafik ist zu erkennen, wie sich der Straßenraum künftig aufteilt. Es gibt Grünstreifen (grün), Fahrradwege und Gehwege (hellrot), Bäume (gelb), Stadtbahngleise (lila) und Fahrspuren für Autos (grau). © Stadt Dortmund

Andere Nutzer bezweifeln, dass dafür nebeneinander Platz ist – besonders vor dem Haus Asselner Hellweg 2. Dessen Besitzer war dem Vernehmen nach nicht bereit, sein Haus zugunsten des Straßenneubaus zu verkaufen. Stadtsprecher Maximilian Löchter teilt dazu mit:

„Im Bereich des Hauses Asselner Hellweg 2 verschiebt sich die geplante Straße um etwa 3,75 Meter nach Süden. Zusätzlich ist im Bereich des Hauses keine Linksabbiegerspur zur Einfahrt Rewe erforderlich.“

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Des Weiteren sei unmittelbar vor dem Haus kein Grünstreifen geplant. Der Grünstreifen mit einer Breite von 2,50 Metern ende vor dem Haus und beginne danach wieder. Der Straßenquerschnitt reduziere sich also im Bereich des Hauses.

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka ergänzt, dass die Planung vor Tedi durchaus schwieriger gewesen sei als vor dem besagten Haus.

Haltestelle Döringhoff soll barrierefrei werden

Auf einen weiteren Vorteil des Umbaus weist Hubert Jung hin: „Der zweigleisige Ausbau ermöglicht uns, die Haltestelle Döringhoff barrierefrei auszubauen. Sie erhält einen Mittelbahnsteig von 61 Metern Länge, mobilitätsgerechte Rampen und taktile Bodenelemente, die seheingeschränkten Fahrgästen den Ein- und Ausstieg erheblich erleichtern.“

Ferner werde die Haltestelle mit Lautsprechern sowie Notruf und Informationssäulen ausgestattet. Die Fußgängerüberwege über das Gleis (am westlichen Bahnsteigzugang) und über Gleise und Straße (am östlichen Bahnsteigzugang) sollen Lichtsignalanlagen mit Zusatzeinrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen erhalten.

Auch wird es künftig nicht mehr möglich sein, Lkw am Straßenrand abzustellen – etwas, das viele Ortskundige bislang als großes Problem in diesem Bereich angesehen haben, weil dadurch immer wieder gefährliche Situationen auch für Radfahrer entstanden seien. In der jüngeren Vergangenheit haben gelbe Baken das Parken provisorisch verhindert. Die sind nun abgebaut.

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