Weiterbau am Tunnel in Sölde: Wütende Bürger geben ihren Kampf nicht auf

dzVerkehr

Jetzt wird’s ernst. Ab Montag (30. März) gehen die Arbeiten an der Bahn-Unterführung an der Sölder Straße weiter. Bürger laufen Sturm, Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Umwege einstellen.

Sölde

, 26.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist gerade einmal zwei Monate her, da übergaben Mitglieder einer Sölder Bürgerinitiative der Bezirksvertretung in Aplerbeck eine Petition. In dieser wurde noch einmal nachdrücklich verlangt, dass der Ausbau der Bahn-Unterführung an der Sölder Straße / Vellinghauser Straße nicht so ausgeführt wird, wie geplant.

Es geht um die Durchfahrtshöhe

Es geht dabei vor allem um die Durchfahrtshöhe. Die beträgt zurzeit 3,90 Meter und soll jetzt auf 4,20 Meter erweitert werden. Eine Höhe, die das Passieren von schweren Lkw zulässt. Und das möchten zahlreiche Sölder Bürger unbedingt verhindern.

Wenn es nach zahlreichen Sölder Bürgern geht, soll die Durchfahrtshöhe der Unterführung so bleiben, wie sie ist.

Wenn es nach zahlreichen Sölder Bürgern geht, soll die Durchfahrtshöhe der Unterführung so bleiben, wie sie ist. © Jörg Bauerfeld

Lothar Thielmann, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, hatte sogar in einem persönlichen Gespräch mit Sylvia Uehlendahl, der Leiterin des Tiefbauamtes, um Verständnis für die Sölder Situation geworben - alles vergeblich.

Am Montag (30.3.) werden die Arbeiten an der Unterführung nun fortgesetzt. Nachdem die Deutsche Bahn die Unterführung selbst schon erneuert hat, sind jetzt die Straßenbauarbeiten an der Reihe. Und die sollen dann für die neue Durchfahrtshöhe sorgen.

Von der Schwerter Straße bis zur Schlagbaumstraße

Die Baumaßnahme an der Straße erstreckt sich von der Einmündung der Schlagbaumstraße bis zur Einmündung der Schwerter Straße. Die Fahrbahn muss im Zuge dieser Arbeiten tiefer gelegt werden, um auf die 4,20 Meter zu kommen.

Dafür wird die Sölder Straße im Bereich der Unterführung bis zum 31. Mai voll gesperrt. Auch Radfahrer und Fußgänger werden die Baustelle nicht passieren können. Anschließend ist bis Ende Juni ein weiterer Ausbau geplant. Dann kann die Unterführung jedoch wieder einspurig befahren werden.

Bürgerinitiative setzt Anwalt ein

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sogar einen Anwalt eingeschaltet hatten, um den Ausbau zu verhindern, ist die Wiederaufnahme der Arbeiten ein Schock. „Wir werden bis zuletzt alles versuchen, um den Ausbau der Unterführung auf 4,20 Meter Durchfahrtshöhe zu stoppen“, sagt Lothar Thielmann. Aufgeben sei jetzt keine Option.

Man wolle versuchen, vielleicht doch noch einen Baustopp zu erwirken, um zu verhindern, dass in Zukunft auch schwere Lkw durch den Sölder Ortskern fahren können.

Bau mit der DSW21 abgestimmt

Bei der Stadt Dortmund und beim Bauherrn, der DB Netz AG, spielen solche Überlegungen keine Rolle. Hier sind die Planungen für die Wiederaufnahme der Arbeiten schon abgeschlossen - und unter anderem mit der DSW21 abgestimmt.

Aufgrund der Vollsperrung der Unterführung wird sowohl in Richtung Sölde als auch in Richtung Sölderholz ein Bus-Shuttleservice angeboten. Laut Stadtpressesprecher Christian Schön steht der Service ab sofort von Montag bis

Samstag von 6 Uhr bis 18 Uhr zur Verfügung – und zwar im 20 Minuten Takt.

Gependelt wird insgesamt zwischen fünf Haltepunkten: Sölde Bahnhof, Schlagbaumstraße, Agavenstraße, Primelstraße und DB-Brücke.

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