Jeder wurde schon in Arztpraxen von Medizinischen Fachangestellten empfangen und betreut. Was hinter diesem Beruf steckt, erzählt die Auszubildende Tugce Kurt.

von Katharina Sophie Langhorst

Dortmund

, 29.08.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der medizinische Bereich liegt bei Tugce Kurt in der Familie. „Durch meine Schwester, die Zahnarzthelferin gelernt hat, habe ich Feuer gefangen“, erzählt Tugce. Schon immer interessierte sie sich für die Vielfältigkeit von Krankheitsbildern. Außerdem erfüllt sie es, wenn sie Menschen helfen kann, sagt die 19-Jährige. Wer diese beiden Eigenschaften mitbringt, ist für den Beruf als Medizinische Fachangestellte (oder Medizinischer FAchangestellter), kurz MFA, praktisch geboren.

Nachdem die 19-Jährige im vergangenen Jahr ihren Realschulabschluss mit Qualifikation absolviert hat, startete sie anschließend direkt die Ausbildung bei einem Allgemeinmediziner – und bereut es kein bisschen. „Der Beruf erfüllt mich, denn ich tue den Menschen jeden Tag etwas Gutes und bekomme dafür auch viel Dankbarkeit zurück“, erzählt die Auszubildende stolz.

Fakten zum Beruf und zur Ausbildung:

Der Beruf ist besonders bei Frauen beliebt. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, hat große Auswahl. Jedes medizinische Interessenfeld wird bedient: Egal, ob Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren Arzt oder eben Allgemeinmediziner, jeder Arzt braucht Unterstützung bei seiner Arbeit von einer „rechten Hand“. Mit mindestens einem Hauptschulabschluss, medizinischem Interesse und der Fähigkeit zu Ruhe in stressigen Situationen bringen potenzielle Bewerber alles mit, was sie für die Ausbildung benötigen.

Der Aufgabenbereich einer Medizinischen Fachangestellten ist sehr vielfältig. In erster Linie betreuen sie Patienten und organisieren den Sprechstundenablauf. Sie assistieren dem Arzt bei Behandlungen und Untersuchungen, arbeiten im Labor und sind auch für Büro-, Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten zuständig.

Der Bruttoverdienst fängt im ersten Ausbildungsjahr bei 865 Euro an und endet im dritten Jahr mit 960 Euro. Nach den drei Jahren Ausbildung muss noch lange nicht Schluss sein: Die Übernahmechancen sind gut. In der Praxis, in der Tugce arbeitet, wurde bisher jede ehemalige Auszubildende übernommen.

Tugce Kurt (19) ist die rechte Hand des Arztes: Sie wird Medizinische Fachangestellte

Übung macht den Meister. Schon im ersten Ausbildungsjahr darf Tugce bei Patienten Blut abnehmen. © Katharina Sophie Langhorst

Das sagt Tugce über ihre Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

Tugce: „Mir gefällt, dass ich täglich mit Menschen in Kontakt bin und ihnen mit meiner Arbeit helfen kann. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Auch die bürokratischen Erledigungen dienen als Ausgleich und helfen dabei, abzuschalten, wenn es einen Notfall gab. Es wird einfach nie langweilig, weil ich morgens nie weiß, was mich erwartet. Es kann ein ganz ruhiger Tag werden, aber es kann auch mal sein, dass Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten in die Praxis kommen und dann alles ganz schnell gehen muss. Ich muss die Bedrohlichkeit erkennen und die Patienten ernst nehmen. Wir, die Medizinischen Fachangestellten, sind die ersten, die den Patienten zu Gesicht bekommen und die Dringlichkeit einschätzen. Das heißt, ich trage viel Verantwortung, was mir ebenfalls sehr gut gefällt.“

Was gefällt dir an dem Beruf gar nicht?

Tugce: „Die Antwort fällt mir schwer. Der einzige Nachteil, der mir einfällt, wäre, dass es sein kann, dass ich manchmal Überstunden machen muss. Wenn sich ein Patient in Lebensgefahr befindet, kann ich natürlich nicht um Punkt 18 Uhr alles fallen lassen und Feierabend machen. Aber wenn ich mit den Überstunden Leben retten kann, mache ich die natürlich gerne. Was mir auch noch schwer fällt, ist das Abschalten von der Arbeit. Wenn es schwere Schicksalsschläge oder Todesfälle auf der Arbeit gab, muss ich das erst mal verdauen. Aber auch damit lernt man im Laufe der Zeit umzugehen.

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Tugce: „In Mathe vielleicht. Aber das Fach braucht man in dem Beruf zum Glück nicht ganz so oft. Es ist einfach wichtig, dass man Theorie und Praxis gut miteinander kombiniert. Egal, wie gut man in der Schule ist, es bringt einem nichts, wenn man es im Alltag nicht anwenden kann. Was mir im Moment noch schwer fällt, ist die Behandlung von Wunden. Das ist alles sehr komplex, und jede Wunde braucht individuelle Pflege.“

Infos zu Ausbildungsplätzen:

Hier sind bei der Dortmunder Agentur für Arbeit noch freie Ausbildungsstellen für 2019 gemeldet: Dr. Joachim Münzberg Praxis für plastische/ästhetische Chirurgie, Karlsbader Str. 1b, 44225 Dortmund, Ansprechpartnerin ist Frau Grabski: 0231/1857235.

Das komplette Ausbildungsstellenangebot sowie weitere vakante Ausbildungsplätze in Dortmund gibt es in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit unter jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39. jugendberufhshaus-dortmund.de.

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