Trotz Regen: Waldbrandgefahr in Dortmund immer noch groß

dzFeuerwehr in Dortmund

Am Wochenende zog dichter Rauch über den Hengsteysee. Denn: Ein Waldstück am Klusenberg hatte Feuer gefangen. In dem schwer zugänglichen Gelände musste die Feuerwehr Schwerstarbeit leisten.

Syburg

, 13.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hitze der vergangenen Tage ist zurzeit ein wenig verflogen, Gewitter haben Regen gebracht. Aber ist nun auch die Waldbrandgefahr gebannt und warum kommt es in solch unzugänglichen Gebieten wie an der Hohensyburg überhaupt zu Brandherden?

Wir haben bei der Feuerwehr in Dortmund nachgefragt und Erstaunliches in Sachen Brandbekämpfung erfahren.

? Es hat ja in den vergangenen Tagen geregnet, ist jetzt die Waldbrandgefahr vorbei?

Hier gibt es eine eindeutige Aussage der Feuerwehr: „Trotz der Regenfälle der letzten Tage sind die Waldbrandgefahr und die Grasflächenbrandgefahr unverändert hoch.“

? Wie kann es in diesen Gebieten wie an den Hängen am Hengsteysee überhaupt zu einem Brand kommen? Kann so ein Feuer von allein entstehen?

Waldbrände sind nur in ca. 3 bis 10 Prozent der Fälle auf Naturereignisse (Blitzschläge) zurückzuführen, in allen anderen Fällen ist menschliches Handeln oder Fehlverhalten ursächlich.

Die Ursachen reichen von der achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe über Selbstentzündung (z.B. mit alter Munition aus den Weltkriegen), Unachtsamkeit beim Abstellen von Fahrzeugen (heiße Katalysatoren über brennbarem Untergrund), bis hin zu fahrlässigem Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

? Was waren die besonderen Schwierigkeiten vor Ort? Und kann man so ein Feuer nicht einfach kontrolliert abbrennen lassen?

Brände an einer Hanglage sind immer mit Schwierigkeiten verbunden, da die Einsatzkräfte gegen mögliche Abstürze gesichert werden müssen und dieses die Löscharbeiten erschwert.

Ein weiteres Problem an solchen Örtlichkeiten ist auch die Heranführung des Löschwassers, dies muss in der Regel über weitere Strecken herangeführt werden. Ein kontrolliertes Abbrennen ist nicht möglich, da sich das Feuer nicht auf eine Fläche begrenzen lässt. Es würde sich über die Waldfläche ausbreiten und größeren Schaden anrichten.

? Werden solche besonderen Einsätze an Steilhängen speziell trainiert?

Die für diesen Bereich zuständigen Einheiten trainieren regelmäßig das Löschen von Vegetationsbränden auch in den Steilhängen. Zusätzlich sind die Einheiten mit besonderem Equipment (Löschrucksäcke & Hacken, um Schneisen zu schlagen usw.) ausgerüstet.

? Kommt es öfter vor, dass es in den schwer zugänglichen Ecken – wie in Syburg – brennt?

Aus den oben genannten Gründen kommt es immer wieder auch in schwer zugänglichen Gebieten zu Bränden.

? Sollen die Bürger jetzt noch mehr auf Rauchentwicklung im Wald achten?

Mit offenen Augen durch die Wälder zu gehen, ist immer eine gute Sache. Da ein schnell bemerkter und gemeldeter Brand auch schnell eingedämmt werden kann und der Schaden auch für die Umwelt so möglichst gering gehalten werden kann.

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? Wie kann die Feuerwehr sicherstellen, dass das Feuer auch wirklich komplett gelöscht ist? Wird der Ort noch länger beobachtet, ob es da noch kleine Brandnester gibt?

Unsere Einsatzstellen werden immer zum Abschluss auch mit einer Wärmebildkamera kontrolliert und in diesem speziellen Fall wurde bis zum Sonnenuntergang in regelmäßigen Abständen eine sogenannte Revision auf eventuell aufflammende Glutnester durchgeführt, sagt die Feuerwehr.

? Jetzt musste über einen Kilometer Leitung verlegt werden, um den Brand am Klusenberg zu löschen. Ginge das in so einem Fall auch aus der Luft, mit einem Hubschrauber?

Die nächste Möglichkeit Wasser aus dem Hydrantennetz entnehmen zu können, war in diesem Fall an der Hohensyburgstraße gegeben. Theoretisch sind auch Löschmaßnahmen mittels Hubschraubern der Polizei mit besonderen Wasserbehältern möglich, waren in diesem Fall aber nicht erforderlich.

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