Trotz der Corona-Pandemie war beim Rabatt-Event „Black Friday“ viel los in der Dortmunder Innenstadt. © Stephan Schetze
Westenhellweg

Trotz Menschenmassen: Einige City-Händler mit Black Friday unzufrieden

Rabattaktionen lockten am Wochenende viele Menschen auf den Westenhellweg. Das Ordnungsamt fürchtete um den Infektionsschutz. Und einige Händler beklagen nun enttäuschende Umsätze.

Menschen dicht an dicht, voll bepackt mit großen Einkaufstüten und lange Schlangen vor den Läden. Bei vielen, die am vergangenen Freitag (27.11.) auf dem Westenhellweg unterwegs waren, dürfte der Eindruck entstanden sein, Corona habe es nie gegeben. Der Rabatt-Tag „Black Friday“ lockte viele Menschen in die Dortmunder City.

Wir haben uns am Montag (30.11.) bei den Händlern am Westenhellweg umgehört, wie sie den „Black Friday“ empfunden haben. Einige haben sich von dem Andrang überrascht gezeigt oder freuten sich über gute Umsätze. Und einige City-Händler hätten sich mehr erhofft.

Black-Friday-Geschäft als „dürftig“ bewertet

Ahmad Karimi ist der Inhaber des Sportgeschäfts Win Streak, das am Ende des Westenhellwegs Richtung Rheinische Straße liegt. Er war mit dem Black Friday, der sonst einer der Umsatzstärksten Verkaufstage des Jahres ist, nicht zufrieden. „Es waren ungefähr 60 bis 70 Prozent weniger Kunden hier als letztes Jahr“, sagt er auf Anfrage unseres Reporters.

Dafür verantwortlich macht er aber nicht das Kaufverhalten der Dortmunder, sondern die Umgebung seines Geschäfts. „Fast alle umliegenden Geschäfte sind geschlossen, die Ecke hier ist fast tot.“ Viele Menschen seien mit vollen Tüten aus der Thier-Galerie gekommen, so sein Eindruck. In seinen Laden wären aber nicht viele Kunden gekommen.

Thomas Schlösser von der Dortmunder Wellensteyn-Filiale fasst das Black-Friday-Geschäft als „dürftig“ zusammen. „Wenn man nirgendwo einen Kaffee trinken kann, dann haben die Menschen auch weniger Lust, einzukaufen“, sagt er. Hinzu komme, „dass vor meinem Laden immer viele Bettler sitzen. Es kann sein, dass die die Leute zusätzlich abschrecken.“

Mitarbeiter mussten an Abstände erinnern

Besser lief das vergangene Wochenende für Matthias Hilgering, Inhaber des Weinhauses Hilgering. „Für uns war vor allem der Freitag ein sehr guter Geschäftstag, am Samstag war es etwas ruhiger“, sagt er. Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die die Länge der Schlange vor dem Laden kontrollieren, habe er nicht gebraucht. „Die meisten haben von außen in den Laden geguckt und dann gesehen, wie viele Menschen noch rein passen.“

Mit gemischten Gefühlen blickt die Inhaberin des Kosmetik-Geschäfts Yves Rocher in der Thier-Galerie auf den Tag: „Es war zwar stressig, aber es hat auch viel Spaß gemacht.“ Die Mitarbeiter hätten vor allem darauf achten müssen, dass die Kunden auf der geringen Fläche die Abstände einhalten. „Dafür haben wir extra Pfeile auf den Boden geklebt“, sagt sie.

Eine Mitarbeiterin von Blumen 2000 war mit dem Verhalten der Kunden zufrieden: „Wir mussten zwar häufig auf die Abstände hinweisen, aber die Kunden waren sehr entspannt.“ Vor allem der Freitag sei „ein guter Verkaufstag“ für den Blumenladen gewesen.

Andrang trotz Pandemie: “Es war schon gruselig“

Eine Filiale des Schuhgeschäfts Görtz liegt mitten auf dem Westenhellweg. Mitarbeiterin Christa Bamberg hatte am Montag (30.11.) dort ihren letzten Arbeitstag. Sie sieht den Kundenandrang in der Pandemie auch kritisch. „Es war schon gruselig, wie viel trotz der Pandemie in der Innenstadt los war“, sagt sie.

Sie meint, es seien so viele Menschen unterwegs gewesen, dass die Abstände kaum eingehalten werden konnten. „Außerdem haben sehr viele Kunden die Maske gar nicht oder unter dem Kinn getragen“, sagt Bamberg. Die Mitarbeiter hätten die Kunden deswegen oft belehren müssen.

Ab Dienstag (1.12.) würde im Schuhgeschäft Görtz jeder Kunde einen langen Schuhanzieher in die Hand bekommen. Christa Bamberg erklärt: „So können wir die Kunden, die im Laden sind, besser zählen“

Über den Autor
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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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