Trinkerszene soll verjagt werden: Mehr Polizeipräsenz gefordert

dzAlkohol und Ärger

Es soll mehr Druck ausgeübt werden. Auf die Menschen, die sich auf dem Aplerbecker Marktplatz regelmäßig treffen, trinken und vor allem lärmen. Anwohner und Geschäftsleute haben es satt.

Aplerbeck

, 26.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt sicher schlechtere Plätze, um in Gesellschaft Alkohol zu trinken. Die Bänke auf dem Marktplatz an der Südseite des historischen Amtshauses, zur Schüruferstraße hin, laden zum Verweilen ein. Und falls es mal ein wenig von Oben nässt, gibt es ja noch die alten Bäume, die Schutz bieten.

Diesen Platz hat seit gut drei Jahren eine Trinkerszene für sich entdeckt. Nur einen Steinwurf entfernt von der Aplerbecker Polizeiwache sollen die Männer und Frauen schon das eine oder andere Mal über die Stränge geschlagen haben.

Lärm und es werde an Hauswände uriniert

Es gäbe Lärm, es würde an Hauswände uriniert und es gäbe jede Menge Scherben. Die an den Marktplatz angrenzenden Geschäftsleute haben den Kaffee auf. Es gab Gespräche mit dem Bezirksbürgermeister und dem Verwaltungsstellenleiter, um alles daran zu setzten, die Trinkerszene vom Marktplatz zu vertreiben. Auch in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung, am Dienstag (8.9.), soll das Thema auf den Tisch kommen.

Aber was ist genau los in Aplerbeck? „Es ist eine gemischte Gruppe von etwa 15 Leuten, wenn alle da sind“, sagt Verwaltungsstellenleiter Michael Rohde, der hat über die Szene einen ganz guten Überblick - aus seinem Büro im Amtshaus.

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„Die Leute kommen grundsätzlich erst nach dem Mittag und mit steigendem Alkoholpegel werden sie eben lauter“, so Rohde. „Wie uns von den Geschäftsleuten vor Ort berichtet wurde, würden dort auch Leute angepöbelt.“ Ein Sprecher der Geschäftsleute hatte daher um ein Gespräch im Amtshaus gebeten, um Hilfe zu erbitten.

Kinderarzt und Eisdiele gleich nebenan

Problematisch wird die ganze Situation auch dadurch, dass in direkter Nachbarschaft der Bänke auf dem Marktplatz auch eine Eisdiele ist. Hier gehen Familien mit Kindern ein und aus. Auch ein Kinderarzt ist um die Ecke. „Solche Pöbeleien sind natürlich nicht lustig“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel.

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Aber was kann man tun? „Geht es nur um den Konsum von Alkohol, wird es schwierig“, glaubt Michael Rohde. Hinzu kämen eben auch die Begleitdelikte, wie das Wildpinkeln. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit“, so Rohe.

Mehr Engagement durch die Polizei

„Wir haben in Dortmund ein liberales Verständnis, dass man in Dortmund in der Öffentlichkeit auch ein Bier trinken darf“, so Schädel. Das sei auch gut so, aber man müsse sich benehmen. Man müsse hier in Aplerbeck jetzt den Kontrolldruck erhöhen. Das Ordnungsamt würde fast täglich vorbeikommen. Gewünscht wäre aber noch mehr Engagement durch die Polizei.

„Durch den Kontrolldruck hoffen wir, dass der Marktplatz für die Trinkerszene unattraktiv wird“, sagt Jürgen Schädel.

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