Treffpunkt nach 270 Tagen nutzbar - doch nicht mal Skat spielen geht

dzSanierte Begegnungsstätte

Das letzte Angebot in der Begegnungsstätte war die Weihnachtsfeier am 8. Dezember 2019. Dann wurde kräftig saniert, doch gesehen hat es bislang kaum jemand. Jetzt gibt es aber eine Chance.

Persebeck

, 04.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Persebeck ist ein Dorf. Am Rande von Dortmund gelegen ist hier die Welt noch in Ordnung. Viel Grün, man kennt sich, aber die Idylle hat auch ihre Schattenseiten - vor allem während der Corona-Pandemie.

Es gibt kaum einen Ort, wo sich Senioren treffen können. Eine Kneipe gibt es schon lange nicht mehr, ein Gemeindehaus auch nicht. Also spielte sich das Leben der älteren Menschen zum großen Teil in der AWO-Begegnungsstätte ab. Eben bis zum besagten 8. Dezember.

Die Ständer für Desinfektionsmittel sind schon aufgestellt.

Die Ständer für Desinfektionsmittel sind schon aufgestellt. © Jörg Bauerfeld

Der 8. September 2020 könnte jetzt für viele ältere Menschen wieder ein Zeichen für etwas Normalität sein. Denn dann öffnet die Begegnungsstätte am Grotenkamp 31 wieder ihre Türen. Wenn auch nur kurz. „Die Gäste haben die Möglichkeit, sich die sanierten Räume anzuschauen“, sagt Friedhelm Lorenz von der AWO Persebeck.

Der Besuch der Räume ist zeitlich begrenzt

Der Haken an der Sache: Der Besuch ist zeitlich begrenzt. Von 14 bis 18 Uhr haben die Gäste die Möglichkeit durch die Räume zu gehen. Nach strengen Hygieneregeln und nur 10 Besucher auf einmal.

Eigentlich sollte die Begegnungsstätte schon Ende März wieder öffnen können. Doch die Arbeiten in den Räumen verzögerten sich, was auch an der Corona-Pandemie lag.

Die Küche ist nagelneu.

Die Küche ist nagelneu. © Jörg Bauerfeld

Ob die Verzögerung eine große Rolle gespielt habe? Eigentlich nicht, denn ein Angebot hätte es aufgrund der Pandemie eh nicht gegeben, so Friedhelm Lorenz. Zu streng sind die Hygieneregeln.

„Wir dürfen ja nicht einmal Skat spielen“, so der Vorsitzende. Denn Karten anfassen, dann wieder mischen und erneut austeilen sei ja nicht möglich. Auch alle anderen Angebote aus dem Jahresprogramm sind seit Ende 2019 auf Eis gelegt.

Fraglich, ob es dieses Jahr noch Angebote gibt

„Wir wissen auch nicht, ob wir jetzt wieder mit einem kleinen Angebot starten“, so Lorenz. Ein Problem sei eben die begrenzte Anzahl an Gästen, die sich zeitgleich in den Räumen aufhalten dürften.

Jetzt lesen

„10 Personen sind das und wir haben 75 Stammbesucher“, sagt Friedhelm Lorenz. Die wären zwar nicht immer da, aber mehr als 10 seien es immer.

Die komplette Einrichtung ist jetzt barrierefrei.

Die komplette Einrichtung ist jetzt barrierefrei. © Jörg Bauerfeld

Und dann könnten die Gäste lediglich eine Stunde bleiben, danach müsste die gesamte Begegnungsstätte gereinigt werden. „Ich weiß nicht, ob wir das als Ehrenamtliche leisten können“, so Lorenz.

Sanierungsarbeiten sind ein Lichtblick

Daher sind die gelungenen Sanierungsarbeiten auch kein großer Grund zum Jubeln. Aber immerhin ein kleiner Lichtblick. Es sei sehr schön geworden, so Lorenz.

Vor dem Eingang der Begegnungsstätte steht jetzt eine neue Bank.

Vor dem Eingang der Begegnungsstätte steht jetzt eine neue Bank. © Jörg Bauerfeld

Kein Wunder, hat die Stadt Dortmund doch über 175.000 Euro in das Projekt gesteckt. Dafür gab es neue Sanitärräume, eine neue Küche, die Elektrik wurde erneuert und der Fußboden auch. Einen Blick darauf können Interessierte am 8. September werfen - aber nur in kleinen Gruppen.

Lesen Sie jetzt