Transgourmet nimmt neue Umschlaghalle in Marten in Betrieb

dzAlter Hellweg

Das Gewerbegebiet Alter Hellweg in Marten hat einen prominenten Neuzugang. Europas zweitgrößtes Großhandelsunternehmen Transgourmet liefert von dort aus tonnenweise Waren aus.

Lütgendortmund

, 27.06.2020, 21:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Woher bekommen Restaurants, Hotels und Kantinen kurzfristige Lieferungen von Lebensmitteln aller Art? Von Großhändlern. Längst besuchen Mitarbeiter dieser Großküchen nicht mehr früh morgens riesige Hallen und suchen nach den besten Angeboten des Tages.

Längst liefern die Großhändler die online bestellten Waren direkt zum Kunden. „Cash&Carry“ nennt sich dieser moderne Lieferdienst. Nach dem Metro-Konzern ist Transgourmet nach eigenen Angaben der zweitgrößte europäische Anbieter dieses Service, außerdem ist Transgourmet in Dortmund Liefer-Partner von Langnese.

Wegen Corona zurzeit nur eingeschränkter Betrieb

Jetzt hat Transgourmet sein Servicenetz im Ruhrgebiet verdichtet. Mit dem Bau einer sogenannten Umschlaghalle an der Overhoffstraße. Diese Halle hat jetzt den Betrieb aufgenommen, bedingt durch die Corona-Krise zunächst in eingeschränktem Umfang.

Im Vergleich mit anderen Umschlaghallen oder Großmärkten wirkt die Martener Halle mit 1230 Quadratmetern auf einem Grundstück von rund 6500 Quadratmetern eher klein.

Das liegt daran, dass die Waren in Marten nur zwischengelagert werden. Waren werden vom Fernverkehr angeliefert und von Fahrzeugen des Nahverkehrs an die Kunden verteilt.

40 Fahrzeuge in Marten stationiert

Deshalb werden in Marten mehrere Transporter in Sprinter-Größe fest stationiert. „Geplant sind an diesem Standort 40 Fahrzeuge, momentan sind es noch 28“, berichtet Christoph Nörtershäuser von der Transgourmet-Geschäftsführung.

Die Martener Halle bekommt den größten Teil ihrer Waren aus Köln, Fleisch wird aus Hildesheim angeliefert. Angestrebt wird eine tägliche Ausliefermenge von 70 bis 100 Tonnen Waren. Aktuell erreicht man die Hälfte.

Auch die Belegschaft ist noch nicht auf Plan-Größe. 60 Mitarbeiter sind eingeplant, erst 44 haben ihren Dienst bereits aufgenommen.

Lebensmittel müssen bei Transport und Lagerung gekühlt werden. Deshalb hat die Umschlaghalle eine moderne Kühlanlage mit flüssigem Kohlendioxid, deren Abwärme außerhalb der Kühlzone zum Heizen genutzt wird. „Die Kühlanlage verbraucht 20 Prozent weniger Strom als herkömmliche Anlagen dieser Größe“, sagt Christoph Nörtershäuser. Der Einsatz von LED-Lampen und eine automatische Lichtsteuerung soll ennoch mehr Energie sparen.

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Zu Beginn der Bauarbeiten im Januar hatte es Kritik der Bevölkerung an dem Bauvorhaben gegeben, weil das Grundstück direkt an ein Hochwasserrückhaltebecken der Emschergenossenschaft grenzt.

Anwohner fürchteten, die Versiegelung des Bodens könne Hochwasser wahrscheinlicher machen. Die Stadtverwaltung beteuerte jedoch, genau dieser Punkt sei im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geprüft und für unbedenklich erachtet worden.

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