Tod in den Flammen: Ruinen des Hauses sorgen für Fassungslosigkeit

dzFeuer-Drama im Dortmunder Süden

Einen Tag nach der Brand-Tragödie in Dortmund beginnen die Aufräumarbeiten. Zudem sind mehr Details bekannt: Die Tote konnte erst Stunden später geborgen werden. Auch die Brandursache steht fest.

Aplerbeck

, 10.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Menschen, die an dem verkohlten Dachstuhl des Hauses an der Schwerter Straße vorbeigehen, halten kurz inne. Nein, gekannt habe man die Familie nicht, sagen diejenigen, die stehen bleiben.

Den Brand habe sie aber sehr wohl mitbekommen, sagt eine Frau. „Ein Wunder, dass das Haus nicht schon eingestürzt ist“, meint ein vorbeigehender Mann mit Blick auf die verkohlten Überreste des Dachstuhls.

Zwei Bewohner konnten das brennende Haus am Sonntagvormittag (9.8.) aus eigener Kraft verlassen, eine Frau starb in den Flammen. Erst Stunden nach Ausbruch des Feuers konnte die Leiche geborgen werden.

Alles aus Holz. Das alte Fachwerkhaus muss gebrannt haben wie Zunder.

Alles aus Holz. Das alte Fachwerkhaus muss gebrannt haben wie Zunder. © Jörg Bauerfeld

Vor dem völlig ausgebrannten Gebäudeteil geht das Leben weiter. Mitarbeiter einer Fachfirma sind im Auftrag der DEW21 dabei, die Gasleitung zu kappen, an der das Haus noch angeschlossen ist.

Schwerter Straße gesperrt

Die Schwerter Straße ist dafür in Höhe der Exzellenzstraße in beide Richtungen gesperrt. Bis Montagabend (10.8.) sollen die Arbeiten beendet sein, so DEW21 Pressesprecher Ole Lünnemann. „Wir arbeiten gerade daran, das betroffenen Haus aus der Versorgung zu nehmen“, so der Pressesprecher.

Normalerweise wird der Gasanschluss sofort nach einem Brand sicherheitshalber gesperrt. „In diesem Fall kamen wir aber am Sonntag an den Gasanschluss nicht ran und haben deshalb acht Hausanschlüsse im Bereich des Unglückshauses gesperrt, damit wir die Gasversorgung unterbinden konnten“, sagt Lünnemann.

Die Schwerter Straße ist seit dem Brand am Sonntag gesperrt.

Die Schwerter Straße ist seit dem Brand am Sonntag gesperrt. © Jörg Bauerfeld

Die Versorgung der abgesperrten Anschlüsse soll aber, wie auch die Aufhebung der Straßensperrung, Montagabend (10.8.) wieder erfolgen. Das Haus zumindest ist nicht mehr zu retten. Es ist einsturzgefährdet. Zur Brandursache gibt es vonseiten der Feuerwehr noch nichts Neues.

Gebäude einsturzgefährdet

Dort ist man auch erschüttert über den Tod der Bewohnerin, die in dem historischen Vorderhaus gewohnt hat. „Es war relativ schnell klar, dass sich noch jemand im Haus befand. Wir konnten nur nicht rein. Das Gebäude war einsturzgefährdet. Da geht die Sicherheit der Kollegen vor Ort vor“, so ein Feuerwehrsprecher.

Jetzt lesen

Ein Blick auf das Brandhaus zeigt, warum sich das Feuer so schnell ausgebreitet hat: Das Gebäude ist ein altes Fachwerkhaus. Überall Holz, selbst die Wände bestanden aus Hölzern mit Lehm-Stroh-Geflecht.

Fenster nur noch dunkle Löcher

Das Geflecht hat die Feuerwehr zum Teil aus dem alten Haus „gerissen“, zusammen mit Papier und Kleidung. Die Decke zum ersten Stock ist schon zum Teil eingestürzt. Da, wo die Fensterscheiben waren, sind nur noch dunkle Löcher.

Ursache des verheerenden Feuers war ein technischer Defekt, das gab ein Polizeisprecher am Montagnachmittag bekannt. Wann die Schwerter Straße wieder freigegeben wird, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Lesen Sie jetzt