Horst Hanke-Lindemann gibt die Leitung des Theater Fletch Bizzel auf. © Dieter Menne (A)
Neue Theater-Leitung

Theatermacher Horst Hanke-Lindemann nimmt Abschied – aber nicht ganz

Eine Ära geht zu Ende. Von Beginn an, seit 1985, hat Horst Hanke-Lindemann das Theater Fletch Bizzel. Jetzt geht Dortmunds bekanntester Theatermacher in den Ruhestand - zumindest teilweise.

Fletch Bizzel und Horst Hanke-Lindemann – das gehört eigentlich zusammen. Seit der Gründung vor 36 Jahren leitet er das freie Theater im Klinikviertel, ist seitdem bekanntester Vertreter der freien Dortmunder Theaterszene, „Vater“ des Geierabends und des Festivals „Ruhrhochdeutsch“.

Jetzt, mit 68 Jahren, nimmt er aber Abschied – zumindest als Kopf des Fletch Bizzel. „Eines der ältesten und profiliertesten freien Theater im Ruhrgebiet und NRW hat ein neues Leitungsteam“, heißt es in einer Mitteilung. „Cindy Jänicke und Till Beckmann übernehmen zum 1.2.2021 die künstlerische Leitung und die Geschäftsführung des Theaters Fletch Bizzel.“

Neuausrichtung im Theater

Er wolle die Leitung des Theaters bewusst in jüngere Hände legen, erklärt Hanke-Lindemann den Schritt. Mit Cindy Jänicke und Till Beckmann habe er dafür die richtigen Leute gefunden.

Die Neuen: Cindy Jänicke und Till Beckmann übernehmen zum 1. Februar die Leitung des Fletch Bizzel. © Marcel Richard © Marcel Richard

Cindy Jänicke hat als Dramaturgin, Theaterpädagogin, Dozentin, Kuratorin und Kulturmanagerin bisher an Stationen wie Berlin, Wuppertal, Zürich und Stuttgart gearbeitet. Zuletzt hat sie sich mit Stationen in Afrika vor allem mit den Themen Diskriminierung, Rassismus und Diversität beschäftigt.

Till Beckmann stammt aus dem Ruhrgebiet, hat beim Theater Kohlenpott in Herne Theatererfahrung gesammelt, hat später an vielen verschiedenen Theater und auf Festivals gespielt. Er arbeitete als Sprecher, Regisseur – zuletzt beim „Geierabend“ – und als Autor etwa mit dem Drehbuch für den Winkelmann-Film „Junges Licht“.

Programm wird vorgestellt

Was sie im Fletch Bizzel vorhaben, wollen sie in Kürze in einer Online-Pressekonferenz vorstellen. „Als wir dem Verein und Horst Hanke-Lindemann unser Konzept für das `neue Fletch` vorgestellt haben, waren wir uns nicht sicher, ob die Wahl auf uns fällt. Eine Neuausrichtung des Hauses unter den derzeitigen Unsicherheiten durch die Corona-Krise durchzuführen, war mit Sorgen behaftet“, berichten Cindy Jänicke und Till Beckmann. „Umso mehr schätzen wir den Mut des Teams und der bisherigen Leitung sich auf Neues einzulassen.“

Ohnehin wird ihnen Hanke-Lindemann als Vorsitzender des Trägervereins weiter zur Seite stehen. Und der 68-Jährige will auch weiterhin den Geierabend und das Festival Ruhrhochdeutsch organisieren. Beides soll mit dem aus 2020 bewährtem Corona-Schutzkonzept im Schalthaus 101 auf Phoenix-West stattfinden. „Wir haben schon die Zusage von Eigentümer Gerben van Straaten“, berichtet Hanke-Lindemann.

Mit der Corona-Pandemie sei die Situation weiterhin schwierig, sagt der Theatermacher. Trotzdem fällt seine Ruhrhochdeutsch-Bilanz für 2020 positiv aus. „Wir hatten 33.000 Zuschauer. Das ist bundesweit einmalig“, freut sich Hanke-Lindemann. Und es macht Mut, weiterzumachen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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