Theater

DORTMUND xxx

01.07.2008, 10:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was für eine Spielzeit – für Opernintendantin Christine Mielitz geht eine Saison voller Höhenflüge und Tiefschläge zu Ende. Die guten Nachrichten zuerst: Mit der Eröffnung der Kinderoper im Mai hat Mielitz ihren Traum verwirklicht und den überaus erfolgreichen Opern-Produktionen für Kinder einen festen Ort gegeben. Sie fand Sponsoren, ging ein hohes Risiko ein – und musste wegen des Container-Baus, dessen Eröffnung dann auch noch mehrere Male verschoben wurde, auch Skepsis und Spott einstecken. Zur Eröffnung schaute dann jedoch ganz Deutschland auf die erste Kinderoper, und man mag der Intendantin recht darin geben, dass es den Kindern wohl egal ist, aus welchem Material „ihr“ Ort ist. Ballett wird autonom Mit der geplanten Autonomie des Balletts, das in der kommenden Spielzeit zur eigenen Sparte werden soll, verliert Mielitz an Macht – bisher war das Ballett ihr zugeordnet. Gleichwohl verbucht die Intendantin die Sparten-Neugründung, die im September von der Politik abgesegnet werden soll, als Erfolg: Schließlich sei sie es gewesen, die Ballettdirektor Xin Peng Wang, eine Künstlerpersönlichkeit mit eigenen und sehr erfolgreichen Ideen, nach Dortmund geholt habe. Im Vergleich zum Vorjahr habe das Ballett ein Plus von 9% auf eine 75-prozentige Auslastung erreicht, die Auslastung der Oper stieg um 11 Prozentpunkte auf 71 % – „beide Sparten sind ökonomisch und von der Besucherzahl her emanzipiert“, so Mielitz. „Ihre“ Oper erwirtschaftete in der vergangenen Spielzeit (bis 30. April) 324 000 Euro über Plan. Parkhaus-Katastrophe Die Ergebnisse der Besucherumfrage, die noch ausführlich vorgestellt werden, haben nahe gelegt, soziale Aspekte bei den Kartenpreisen stärker zu berücksichtigen. Erste Konsequenz: Alle Erstklässler Dortmunds werden von der Oper in diesem Jahr einen Gutschein für den Besuch einer Kinderoper erhalten. Auch Erstsemester bekommen eine Ermäßigung. Ein weiteres viel genanntes Thema sei die „katastrophale Parkhaussituation“, so Mielitz – eine ewige Baustelle. Interne Kommunikation Viel zu viel habe aus ihrer Sicht über die internen Probleme am Theater in der Presse gestanden, sagte Mielitz: In einem öffentlich gewordenen Brief hatten die Leiter der technischen Werkstätten sich beim Kulturdezernenten und dem Personalrat über Arbeitsüberlastung und einen psychisch belastenden Umgang Mielitz‘ mit Mitarbeitern beschwert. Man werde den Sommer nutzen, um unter professioneller Moderation Gespräche zu führen und die Arbeitsstrukturen zu ändern, so Mielitz. „Ich raste wie eine Rakete vorne her. Der Not-Stopp war gut, ich hatte selbst kaum Reserven mehr“, sagt sie. Gleichwohl bleibe ihr Wunsch, auch in Zukunft „immer Neues und Nachhaltiges zu schaffen – bei aller Kompliziertheit meiner Person ist strukturell eine Menge passiert, seitdem ich hier bin.“ Neue Visionen betreffen vor allem das Kulturhauptstadt-Jahr. Das Spielzeit-Motto 2010 werde „Phoenix“ heißen, verriet sie. Auf dem Spielplan stehe u.a. Carl Orffs letztes Werk „Das Spiel vom Ende der Zeiten“. K pin

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