Es sind kaum noch Corona-Schnelltests nötig, wie ihn hier ein Mitarbeiter der Prävent GmbH vornimmt. Das Dortmunder Unternehmen hat einige Testzentren in der Stadt geschlossen. © Prävent GmbH
Corona-Pandemie

Tests sind kaum noch nötig: Was passiert mit Dortmunds Testzentren?

Die dritte Corona-Welle ist vorbei und damit sind auch viele Testzentren verschwunden. Was aber, wenn die Delta-Variante wieder Bürgertests nötig macht? Warten die Betreiber darauf?

Die Gründe dafür, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, sind immer weniger geworden. Mit den sinkenden Inzidenzen ist die Testpflicht in vielen Bereichen weggefallen. Zum Shoppen und im Restaurant braucht derzeit keinen Test mehr, genauso wie beim Friseur.

Die Inzidenzzahl ist in Dortmund niedrig, und fast schon 300.000 Dortmunder sind inzwischen komplett geimpft. Der Nachweis eines negativen Testergebnisses wird nur noch für eine Reise oder für den Arbeitgeber benötigt.

Die Folge ist deutlich sichtbar: viele Testzentren sind in Dortmund genauso schnell verschwunden wie sich aufgetaucht sind. Was ist mit ihnen passiert? Werden sie bei einer vierten Welle wiederkommen?

Prävent GmbH hat drei Testzentren geschlossen

Die Prävent GmbH aus Barop, einer der größten Medizindienstleister in Dortmund, hat in der Hochzeit der kostenlosen Bürgertests acht Testzentren in der Stadt betrieben. „Drei haben wir geschlossen – beispielsweise in der Innenstadt, wo ja für Einkäufe keine Tests mehr erforderlich sind“, sagt Henrik Fibbe, der Kaufmännische Leiter der Prävent GmbH.

Fünf Teststationen sind nach wir vor geöffnet: am Firmensitz am Helenenbergweg in Barop, bei Dustmann in Hombruch, im Olpketal-Theater in Lücklemberg, in der Küchenwirtschaft Bismarck im Kaiserviertel und im Restaurant Freischütz kurz hinter der Stadtgrenze in Schwerte.

„Diese Testzentren werden wir bis auf Weiteres anbieten – vor allem für Reiserückkehrer und Arbeitnehmer. Die Zahl der Test liegt hier aktuell etwa bei einem Viertel der Tests, die wir während der heißen Phase im April/Mai gemacht haben“, sagt Henrik Fibbe.

Testzentren können schnell wieder aufgebaut werden

Sollten wieder mehr Testkapazitäten benötigt werden – und solange es eine Virusentwicklung gibt, werden Testzentren wohl auch eine Rolle spielen – kann die Prävent GmbH diese wieder schaffen. „Falls es notwendig wird, sind wir in der Lage, die Strukturen schnell wieder hochzufahren. Wir würden dann wieder auf das bekannte Personal zurückgreifen“, so Henrik Fibbe.

Und genauso sagt es auch der Dortmunder Apotheker Ulrich Ausbüttel, dessen Familie vier Testzentren betrieben hat. „Zwei davon ruhen derzeit, aber die könnten wir aus dem Stand raus wieder öffnen. Das Personal und die Infrastruktur dafür stehen. Zudem verfügen wir jetzt auch über die Erfahrung, die wir beim Start im Frühjahr nicht hatten“, sagt Ulrich Ausbüttel.

Seitdem die Testpflicht gelockert wurde, war zum Beispiel der wirtschaftliche Betrieb des Testzentrums in der Nähe des Rathauses nicht mehr möglich, ebenso die mobile Teststation, die vor Schulen eingesetzt wurde. Betrieben werden von Ausbüttels noch zwei Testzentren in Scharnhorst: im dortigen Einkaufszentrum EKS und in der Droote.

Testzentren erhalten weniger Geld pro Test

Dass die Betreiber von Corona-Testzentren ab 1. Juli nicht mehr so viel Geld pro vorgenommenem Test abrechnen können wie zuvor, ist weder für die Prävent GmbH noch für Ulrich Ausbüttel ein Thema.

An der Diskussion darum, ob die Reduzierung der Vergütung von 18 auf 11,50 Euro den Betreibern die Luft abschnürt und der Bundesregierung im Fall einer vierten Wälle auf die Füße fällt, mag sich Ulrich Ausbüttel nicht beteiligen. Er sagt stattdessen: „Wenn sich mehr Leute impfen lassen würden, bräuchten wir in acht Wochen fast keine Testzentren mehr und könnten viel freier leben. Damit wäre allen geholfen.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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