Tempo 30 auf Ruhrallee gestartet - Schadstoffwerte schon vorher gesunken

dzVerkehr

Seit Freitag gilt auf der Ruhrallee Tempo 30. Eine Pförtnerampel regelt den Autozufluss in Richtung Innenstadt. Pendler fürchten Staus, Viertel-Bewohner den Ausweichverkehr. So lief der Start.

Dortmund

, 24.04.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zugegeben: Einen realen Eindruck vom üblichen Verkehrsalltag bekam man am Freitagmorgen nicht, kurz nachdem eine zentrale Regelung des Luftreinhalte-Konzepts „scharf geschaltet“ wurde. Seit Freitag (24.4.) gilt in beiden Fahrtrichtungen Tempo 30 auf der Ruhrallee.

Die bisherige Fußgängerampel vor der Zufahrt von der B1 auf die Ruhrallee fungiert nun als "Pförtnerampel".

Die bisherige Fußgängerampel vor der Zufahrt von der B1 auf die Ruhrallee fungiert nun als "Pförtnerampel". © Oliver Volmerich

Zugleich wird der Verkehrszufluss aus Richtung Süden gedrosselt. Dazu wurde die bisherigen Fußgängerampel in Höhe B1 in eine Pförtnerampel umfunktioniert, die nur dosiert die Weiterfahrt in den innerstädtischen Teil der B54 ermöglicht. Ziel ist, den Autoverkehr auf der Ruhrallee so zu verringern, dass die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid eingehalten werden können. 20 Prozent weniger Verkehr ist die Maßgabe.

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Bislang gilt die Ruhrallee in der südlichen Innenstadt als eine der am stärksten mit dem Luftschadstoff belasteten Straßen. „Es geht um den Gesundheitsschutz für die Anwohner“, betont denn auch Michael Leischner vom städtischen Umweltamt.

Vergleich mit der Umwelthilfe

Die Maßnahmen gehören zu dem Paket, auf das sich Stadt und Land mit der Deutschen Umwelthilfe in einem Vergleichsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht geeinigt hatten, um ein generelles Dieselfahrverbot zu vermeiden. Zuletzt wurde dazu schon eine Umweltspur an der Brackeler Straße in Richtung Borsigplatz eingerichtet und ein ganztägiges Durchfahrtsverbot für Lkw auf der Bundesstraße 1 verhängt.

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Viele Pendler werden aber vor allem die Neuregelung an der Ruhrallee zu spüren bekommen. Lange Staus in Richtung Süden sind nicht auszuschließen. Gebremst von der Corona-Krise war davon am Premieren-Tag noch nichts zu spüren, wie auch Umweltdezernent Ludger Wilde am Freitagmorgen vor Ort beobachtete. „Die Situation ist sehr günstig, um die Neuerung einzuführen“, stellt er fest.

Der Verkehrsfluss auf der Ruhrallee soll streng dosiert werden.

Der Verkehrsfluss auf der Ruhrallee soll streng dosiert werden. © Oliver Volmerich

Immerhin: An das neu ausgeschilderte Tempo 30 scheinen sich die meisten Autofahrer bereits zu halten - nicht zuletzt auch dank der Blitzersäule, die gleich hinter der Zufahrt von der B1 steht. Schon vorher wird das Tempo auf der B54 stärker als gewohnt reduziert - von 80 km/h bis in Höhe Rombergpark auf zunächst 60, dann 50 und schließlich 30 km/h.

Sorgen um Ausweichverkehr

Die Sorge, dass Autofahrer nun von der B54 auf andere Zufahrtsstraßen in die City ausweichen, ist den Verkehrsplanern bewusst. „Wir gehen aber davon aus, dass es durch eine Verlagerung keine neuen Hotspots mit erhöhter Luftbelastung an anderer Stelle gibt“, sagt Wilde.

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Die Hoffnung ist auch, dass möglichst viele Pendler auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Dazu soll bald stärker auf das Park-and-Ride-Angebot am Remydamm aufmerksam gemacht werden.

Ohnehin werden die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Entwicklung der Schadstoffwerte laufend beobachtet und auch öffentlich gemacht. Falls nötig soll nachgesteuert werden - etwa indem die Pförtnerampel an der Ruhrallee noch schärfer geschaltet wird.

Geringere Schadstoffwerte

Im Moment helfen allerdings auch die Corona-Krise und das gute Wetter, die Schadstoffe zu verringern. Der Stickstoffdioxid-Wert an der Ruhrallee, der im Januar im Mittel noch über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag, sank bei den Messungen des städtischen Umweltamtes im Februar auf 34 und im März auf 31. „Das erste Quartal lässt hoffen, dass wir am Ende auch langfristig die Werte unter den Grenzwert kriegen“, sagt Wilde.

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Dass auf der Ruhrallee eine Tempobegrenzung auf 30 km/h kommen soll, war schon länger klar. Jetzt steht auch fest, wann es losgeht. Die Stadt rechnet mit Staus und kündigt Kontrollen an.

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