Die Diskussion um Tempolimits in den Städte und auf Autobahnen wird in Deutschland immer wieder vehement geführt. © Schaper
Raser und Tuner

Tempo 30 auf dem Wall: Alles was Sie jetzt wissen müssen

Nachts gilt auf dem Wall nun Tempo 30. Die Maßnahme der Stadtverwaltung richtet sich gegen illegale Raser, gilt aber für alle. Wir klären die wichtigsten Fragen zu Tempo 30 auf dem Wall.

Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch angekündigt, auf dem Wall eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzuführen. Erste Schilder wurden bereits aufgestellt – und könnten bei manchen Dortmundern, die regelmäßig den Wall befahren, für Verwirrung gesorgt haben. Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Maßnahme.

Ab wann und wo gilt das Tempolimit auf dem Wall?

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h gilt schon jetzt dort, wo entsprechende Schilder stehen. Die sind nämlich verbindlich. Wenn alle rund 100 Schilder aufgestellt sind, gilt das Tempolimit nachts zwischen 21 und 5 Uhr auf dem gesamten Wallring. Kontrolliert werden soll es laut der Stadtverwaltung ab diesem Wochenende (23. und 24. Januar).

Warum wurde das Tempolimit eingeführt?

Laut der Stadtverwaltung richtet sich die Maßnahme gegen die illegale Raser- und Tuner-Szene. Sie trifft sich vor allem nachts und am Wochenende. Angehörige der Szene werden auch regelmäßig bei illegalen Beschleunigungsrennen auf dem Wall erwischt.

Das Ordnungsamt und die Dortmunder Polizei gehen seit Monaten mit verschiedenen Maßnahmen gegen die Szene vor. Mit der Geschwindigkeitsbegrenzung wolle man „den Druck auf die Szene weiter hoch halten und erhöhen“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Wie soll das neue Tempolimit kontrolliert werden?

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, verstärkt mobile Teams zur Geschwindigkeitsmessung am Wall einzusetzen – nicht nur am Wochenende. Auch die Polizei wird wohl weiter Schwerpunkteinsätze gegen die Szene durchführen.

Warum steht unter den Tempo-30-Schildern „Lärmschutz“?

Anwohner des Walls beschweren sich häufig über die von der Tuner- und Raser-Szene verursachte Lautstärke. Die Stadtverwaltung kann nur aus bestimmten Gründen Geschwindigkeitsbegrenzungen ausweisen. Lärmschutz ist einer davon.

Auf dem Wall stehen auch vier stationäre Blitzer. Auf was werden die nun eingestellt?

Die Anlagen schalten sich zweimal täglich um: morgens um 5 Uhr und abends um 21 Uhr. Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nur dazwischen, in der Nacht. Tagsüber gilt auf dem Wall weiterhin fast überall 50 km/h. Die Ampelschaltungen auf dem Wall ändern sich mit dem Tempolimit hingegen nicht.

Warum greift die Stadt zu einer Maßnahme, die alle betrifft, und nicht nur illegale Raser und Tuner?

Die Stadtverwaltung antwortet darauf, dass abseits der Szene zwischen 21 Uhr und 5 Uhr eine eher entspannte Verkehrssituation auf dem Wall herrsche. Dann seien also eher wenig Menschen auf dem Wall unterwegs, vor allem aktuell im Lockdown. Und tagsüber, wenn der Wall selbstverständlich eine Hauptverkehrsader der Stadt ist, werde der Verkehr nicht beeinträchtigt. Das sei der Stadtverwaltung wichtig.

Wer auf dem Wall Rennen fährt, dürfte auch die vorher geltenden 50 km/h überschritten haben. Was bringt da Tempo 30?

Die Stadtverwaltung gibt auf Nachfrage an, dass das Tempolimit härtere Sanktionen ermögliche. Laut Polizeipräsident Gregor Lange ermögliche die neue Regelung zum Beispiel, schneller Fahrverbote auszusprechen.

Wie lange soll das Tempolimit gelten?

Einen genauen Zeitpunkt nennt die Stadtverwaltung nicht. Klar ist aber, dass die Maßnahme nur temporär ist. Ihr Erfolg werde kontinuierlich überprüft. Wann die nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Wall wieder aufgehoben werde, hänge von der Entwicklung der illegalen Raser- und Tuner-Szene ab.

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch

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