„Problematisch“: Kundenberater der Telekom sorgen in Dortmund für Verwirrung

dzHaustürgeschäft

Sie klingeln im Auftrag der Telekom und wollen Verträge abschließen. Drückerkolonnen sorgen an einigen Stellen in Dortmund zunehmend für Verunsicherung.

Brackel

, 05.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verträge an der Haustür abzuschließen, ist für zahlreiche Verbraucher eine problematische Vorstellung. Für viele Unternehmen ist der Vertrieb über Drückerkolonnen, die an Haustüren klingeln und Produkte verkaufen aber zur gängigen Praxis geworden.

Das zweifelhafte Vorgehen sorgt jetzt auch in Brackel für Verwirrung und zählt aktuell zu einem der meistdiskutierten Themen in den sozialen Netzwerken.

Große Diskussion in den sozialen Medien

Unter anderem in der Oesterstraße und der Bauerstraße waren in der vergangenen Zeit vermehrt mutmaßliche Vertriebsmitarbeiter – umgangssprachlich auch Drücker genannt – der Telekom unterwegs.

Allerdings ohne dabei unzweifelhaft als solche zu erkennen zu sein. Das dubiose Vorgehen sorgt bei den Anwohnern für ein mulmiges Gefühl.

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So schreibt eine Userin auf Facebook: „Ich habe die Leute sofort abgewimmelt. Die haben gefragt, ob mit dem Internet alles okay ist und ob ich den Strom wechseln will.“

Einer anderen Nutzerin ist die gesamte Praxis nicht geheuer: „Wenn jemand zu mir möchte, kündigen sich die Leute an. Gerade diese technischen Dinge laufen doch online ab.“

Auch von schlechten Erfahrungen wird dort berichtet: „Solche Berater gibt es schon, aber die verkaufen echt Mist. Uns haben die mal eine angebliche Verbesserung verkauft, die anschließend aber gar nicht zum Router passte.“

Telekom beauftragt Subunternehmer

Vonseiten der Telekom verwies man unterdessen an das Partnerunternehmen Ranger. Dieses sei autorisiert, im Auftrag der Telekom die Bürger zu Hause zu beraten, so Ranger-Sprecherin Julia Büttner.

„Es kann durchaus sein, dass derzeit einige unserer Kundenberater im Dortmunder Gebiet unterwegs sind. Diese sind aber eindeutig am Outfit der Telekom zu erkennen und weisen sich darüber hinaus mit den entsprechenden Dokumenten aus.“

Haustürgeschäfte sind regelmäßig Teil einer Betrügermasche

Nicht immer handelt es sich bei den unangekündigten Gästen aber tatsächlich um autorisierte Vertriebsmitarbeiter. Laut Polizei sei deshalb Vorsicht geboten.

Zwar habe die Polizei in der letzten Zeit keine gehäuften Meldungen über falsche Kundenberater erhalten, allerdings handele es sich grundsätzlich um eine problematische Vorgehensweise.

Demzufolge nutzen kriminelle Betrüger regelmäßig das Haustürgeschäft, um Wohnungen auszuspähen, Umgebungen auszukundschaften und mögliche Einbruchsziele herauszufinden.

Die Wohnungstür zu öffnen ist kein Muss

„Die Bürger sollten wissen, dass man nicht verpflichtet ist, jemanden unangekündigt in die Wohnung zu lassen. Wenn man sich unsicher ist, kann man entweder das betroffene Unternehmen direkt anrufen oder natürlich auch die Polizei einschalten“, sagt Polizei-Pressesprecherin Cornelia Weigandt.

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Darüber hinaus müssen sich autorisierte Vertriebsmitarbeiter laut Weigandt immer ausweisen können. „Betroffene Personen sollten sich möglichst viel belegen lassen.“

Fühle man sich unwohl, solle man zunächst auf keinen Fall die Tür öffnen und unter Umständen einem Nachbarn Bescheid geben, um einen weiteren Zeugen hinzuzuziehen.

Verbraucherzentrale warnt vor überhasteter Unterschrift

Auch der Dortmunder Verbraucherzentrale ist die Problematik seit Jahren bekannt, denn laut Beraterin Beate Krause biete das Haustürgeschäft für die Unternehmen grundsätzlich einen großen Markt:

„Uns rufen eigentlich täglich Menschen an, die sich über Haustürgeschäfte beschweren. Es ist nicht einfach zwischen tatsächlichen Vertriebsmitarbeitern und kriminellen Betrügern zu unterscheiden“, unterstrich Krause.

Verbraucher sollten deshalb niemals ungeprüft Verträge unterschreiben oder finanzielle Anzahlungen leisten. Sollte dies doch geschehen, so verfüge der Bürger immer noch über ein 14-tägiges Rücktrittsrecht.

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