Taubenkot im Ekel-Tunnel: Was Bochum kann und Dortmund nicht

dzStraßenreinigung

Der Ekel-Tunnel auf der Stadtgrenze wird nun zeitnah mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Der Tunnel-Blick bleibt aber in Dortmund ein ganz anderer als in Bochum.

Lütgendortmund

, 16.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt Licht am Ende des Ekel-Tunnels, zumindest für eine kurze Zeit. Denn Gehwege und Fahrbahn der komplett von Tauben vollgekoteten Unterführung am Lütgendortmunder Hellweg/Beverstraße werden zeitnah und intensiv mit einem Hochdruckreiniger gesäubert.

Das verspricht EDG-Pressesprecherin Petra Hartmann für den Teil der Unterführung, der sich auf Dortmunder Gebiet befindet. Damit reagiert die Entsorgung Dortmund GmbH auf Anwohner-Beschwerden über die Hinterlassenschaften der Tauben, deren Gestank und Gesundheitsgefährdung.

Die andere Tunnel-Hälfte liegt auf Bochumer Gebiet und damit in der Zuständigkeit der Nachbarstadt. „Die Umweltservice Bochum GmbH reinigt einmal pro Woche Straße und Gehweg mit dem Dampfstrahler“, berichtete der Bochumer Stadtsprecher Thomas Sprenger.

Die Bogestra hat im Spalt längs der Brückenunterseite Kaninchendraht (r.) angebracht, damit die Tauben dort nicht sitzen und brüten können.

Die Bogestra hat im Spalt längs der Brückenunterseite Kaninchendraht (r.) angebracht, damit die Tauben dort nicht sitzen und brüten können. © Stephan Schütze

Das könne die EDG nicht leisten, wie Petra Hartmann sagt: „Wir müssen verkehrssichernd reinigen, für ästhetische Reinigungen sind wir nicht zuständig.“ Durch eine regelmäßige Reinigung mit dem Hochdruckreiniger würden „die Kosten aus dem Ruder laufen.“

Beseitigung des Taubenkots im Ekel-Tunnel hilft nur kurzfristig

Laut der EDG-Sprecherin ist ein Reinigungsteam zweimal pro Woche mit Großkehr- und Kleinkehrmaschinen in der Unterführung im Einsatz. Auch der Mülleimer werde immer wieder vom Taubenkot befreit. „Die Reinigung stellt aber generell nur eine kurzfristige Abhilfe dar, das grundsätzliche Problem wird damit nicht gelöst.“

Derartigen Verunreinigungen müsse man „durch entsprechende Vergrämungsmaßnahmen zur Taubenabwehr“ vorbeugen, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Doch die Stadt könne diese nicht einfach gegenüber dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) als Eigentümer der Brücke anordnen.

Der Ekel-Tunnel wird seinen Namen wohl noch eine Weile behalten - bis Straßen.NRW den versprochenen Vogeleinflugschutz installiert hat.

Der Ekel-Tunnel wird seinen Namen wohl noch eine Weile behalten - bis Straßen.NRW den versprochenen Vogeleinflugschutz installiert hat. © Stephan Schuetze

„Gleichwohl werden solche Vergrämungsmaßnahmen von vielen Grundstückseigentümern schon im eigenen Interesse angebracht, weil Taubenkot auch Mauern, Steine, Fassaden etc. angreift und es natürlich alles andere als schön aussieht“, so der Stadtsprecher.

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Ähnliche Pläne hat Straßen.NRW bereits: Im Zuge von Reparaturarbeiten an der A40-Brücke soll im letzten Quartal 2020 ein Vogeleinflugschutz installiert werden.

Kaninchendraht soll die Tauben vertreiben

Auch das Verkehrsunternehmen Bogestra, deren Linie 370 und 378 in der Unterführung halten, kennt das Problem. Beschwerden von Fahrgästen gebe es bislang zwar nicht, so Pressesprecherin Karoline Rösner, dennoch habe man sich bemüht, die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Laut EDG wird der Abfallbehälter regelmäßig vom Taubenkot befreit. Die letzte Säuberung dürfte eine Weile zurückliegen.

Laut EDG wird der Abfallbehälter regelmäßig vom Taubenkot befreit. Die letzte Säuberung dürfte eine Weile zurückliegen. © Stephan Schuetze

„Die Kollegen aus dem entsprechenden Fachbereich haben die Problematik auch mit den anderen betroffenen Institutionen besprochen. Nach diesen Gesprächen wurde es uns genehmigt, Kaninchendraht in einem bestimmten, begrenzten Bereich anzubringen, was durch die Fachabteilung geschehen ist. Außerdem werden regelmäßig Wartungsfahrten durchgeführt“, so Karoline Rösner.

Wer Tauben füttert, kann mit einem Bußgeld rechnen

Zuletzt weist Christian Schön noch auf das seit 1983 in Dortmund geltende Taubenfütterungsverbot auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und in Anlagen hin. Aus gutem Grund: denn auch in dieser Unterführung werden immer wieder Bürger beobachtet, die Körner für die Tauben ausstreuen.

„Wenn das Ordnungsamt Hinweise auf verbotene Taubenfütterungen erhält, wird dem nachgegangen. Bei festgestellten Verstößen wird ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet und gegebenenfalls ein Bußgeld verhängt. Hierzu braucht es jedoch Zeugen, die das Füttern gut dokumentiert haben, oder ein Ertappen auf frischer Tat“, so Schön.

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