Der kleine Nashorn-Bulle Willi im Dortmunder Zoo ist in der Nacht zum 23, März überraschend gestorben. © Zoo Dortmund
Dortmunder Zoo trauert

Süßer Nashorn-Bulle Willi ist tot

Große Trauer im Dortmunder Zoo: Nashorn-Bulle Willi ist tot. Der Publikumsliebling wurde nur ein Jahr und zwei Monate alt.

Er war seit Januar 2020 der Publikumsliebling im Dortmunder Zoo. Obwohl er im Corona-Jahr (8. Januar) geboren wurde, zog der kleine quirlige Nashorn-Bulle Willi die Massen an. Manche Fans fuhren mehrere Hundert Kilometer, um Willi zu sehen.

Er wurde nur gut ein Jahr alt: Willi ist in der Nacht zu Dienstag (23.3.) überraschend gestorben. Das Breitmaulnashorn musste gegen 2 Uhr von der Zoo-Tierärztin eingeschläfert werden, nachdem es am Nachmittag kolikartige Bauchschmerzen bekommen hatte, in deren Verlauf sich schnell eine lebensbedrohliche Situation einstellte, wie die Stadt am Dienstag mitteilte.

Nashorn-Familie konnte sich verabschieden

Bis in die Nacht hatten die Zoo-Tierärztinnen Dr. Christine Osmann und Johanna Steinecker-Quast um Willis Leben gekämpft. Als sich abzeichnete, dass der junge Nashornbulle den Kampf verlieren würde, entschlossen sie sich am Ende schweren Herzens, das Tier von seinen Schmerzen zu erlösen und Willi einzuschläfern. Dabei wurde Willi von seinen vertrauten Tierpflegern und -pflegerinnen begleitet.

Bis zum Morgen bekamen Willis Mutter Shakina, Nashornkuh Jasira und Nashorn-Oma Natala die Möglichkeit, sich von Willi zu verabschieden, ehe auch die zuständigen Tierpfleger Abschied nahmen. Shakina hatte in der Nacht immer wieder nach ihrem Nachwuchs gerufen, als dieser behandelt wurde. Doch am Ende hat er auf die Rufe gar nicht mehr reagiert.

Warten auf die Untersuchungsergebnisse

Der Zoo Dortmund ist tief getroffen vom Tod des jungen Nashorns. Willi war nicht nur ein Magnet für die Zoo-Besucher mit einer riesigen Fangemeinde auch in den sozialen Medien, sondern ebenso der Liebling der Zoo-Mitarbeiter.

„Wir sind geschockt und sehr traurig. Nun warten wir auf die Untersuchungsergebnisse – für uns kommt sein Tod völlig überraschend“, sagt Zoo-Direktor Dr. Frank Brandstätter. Eine pathologische Untersuchung soll die Ursache der schweren Kolik klären und weitere Aufschlüsse geben.

Willi war der zweite Nachwuchs für seine Mutter Shakina und Vater Amari. Dank einer Kamera im Nashornhaus und vieler Videos, unter anderem von seiner Geburt, seinen ersten Geh- und Spielversuchen, avancierte Willi mit seiner stürmischen und neugierigen Art trotz der pandemie-bedingten Zoo-Schließung rasch zum Star.

3,8 Millionen lasen über Willi allein in den sozialen Medien

In den sozialen Medien haben 3,8 Millionen Menschen die Berichte über ihn verfolgt. Den letzten Facebook-Film mit Willi hatte Zoo-Lotse Marcel Stawinoga erst am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Er zeigt, wie Willi bei seiner Mutter erfolgreich um Milch quengelt und schließlich von ihr gesäugt wird.

Hörnchen Willi wurde auch zum Patenkind für das wichtige Dortmunder Zukunftsprojekt „Smart Rhino“ gekürt. Die für das Stadtentwicklungsprojekt auf dem ehemaligen Hoesch-Spundwand-Gelände verantwortliche Thelen-Gruppe hatte öffentlichkeitswirksam die Patenschaft für Willi übernommen.

Erst kürzlich war er auch im Fernsehen zu sehen als einer der kleinen Stars in der WDR-Reihe „Unsere wilden 12“ über die Zoos in Nordrhein-Westfalen.

In der Nashorn-„Familie“ von Willi im Dortmunder Zoo lebt auch die Nashorn-Oma Natala. Mit 51 Jahren ist sie das älteste Nashorn in Deutschland. Ein so langes Leben hätte man Willi auch gewünscht.

Der Zoo Dortmund wird sich zur Ursache von Willis Tod äußern, sobald Fakten vorliegen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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