Zwischen Holzwickede und Sölde: Suche nach Mischlingshündin Marley endet tragisch

dzVom Zug erfasst

Mitte Dezember war sie entlaufen, nun hat ihr Besitzer traurige Gewissheit: Mischlingshündin Marley ist tot. Ihr wurde ein Zug zum Verhängnis. Dabei hatte man bei der Suche nichts unversucht gelassen.

Holzwickede, Sölde

, 08.01.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Simon Teriete hat an der Rausinger Straße eine Werkstatt. Hier war auch Schäferhund-Mischling Marley regelmäßig zu Gast. Der Aplerbecker hatte die rund anderthalb Jahre alte Hündin im Sommer bekommen. „Sie kam aus Russland, hatte wohl schon einige Vorbesitzer, wurde rumgereicht“, sagt Teriete.

Am Mittwoch, 18. Dezember, war er mit ihr an der Werkstatt, als Marley wohl durch ein lautes Geräusch aufgeschreckt wurde. „Sie war ein Angsthund, lief immer mal davon, drehte bislang aber kurz darauf immer um“, sagt der 27-Jährige. An diesem Tag drehte Marley nicht um.

Simon Teriete bekam den Tipp, sich an die ehrenamtliche Hundesuchhilfe Schwerte und Umgebung zu wenden. „Das sind richtig taffe Mädels, die sich mit viel Herzblut an der Suche beteiligt haben. Ich arbeite im Schichtdienst und war sehr dankbar für die Hilfe“, sagt der Aplerbecker.

Die Hundebesitzer müssen die Hilfe koordinieren

Im Fall von Marley hat sich die Hundesuchhilfe kurz vor Weihnachten eingeschaltet. Ist ein Hund schon lange oder erst seit kurzem bei seinem Besitzer? Kennt er seine Umgebung? Handelt es sich um einen Angsthund? Diese Fragen beeinflussen die Maßnahmen der Suchgruppe um Mitgründerin Sabrina Bömelburg.

„Ganz wichtig ist: Die Betroffenen können sich nicht zurücklehnen und wir machen. Sie müssen die Suche organisieren, wir unterstützen. Wir sind alle berufstätig, haben ein Privatleben. Aber wir haben alle selbst Hunde und helfen gerne“, sagt Bömelburg.

In einem ersten Schritt gestalten die Helfer Flyer, die zunächst über die sozialen Netzwerke geteilt werden. Weil man auch mit anderen Suchgruppen vernetzt ist, verbreiten sich die Hilfeaufrufe schnell und erreichen eine große Gemeinschaft von Hundefreunden. Die Chancen auf Hinweise steigen. Auch werden mitunter Flyer gedruckt und vor Ort verteilt.

Marley ließ sich tagelang nicht blicken

Hunde mit starker Bindung kämen meist alleine zurück. Marley hingegen war jung und noch nicht all zu lange bei Simon Teriete. „Sie war das Umfeld vielleicht noch nicht gewohnt, dann reicht ein lautes Geräusch und ein Hund rennt panisch los“, weiß Sabrina Bömelburg aus Erfahrung.

Die nutzten die Helfer auch für die Suche nach Marley: „Dass sich ein entlaufener Hund in einem festen Umkreis bewegt, ist nicht ungewöhnlich. Wir vermuteten sie in der Nähe der Werkstatt, aber bekamen keine Sichtungen“, sagt die Schwerterin. Auf Verdacht habe man zwei Futterstellen ausgelegt und Wildkameras installiert – ohne Erfolg.

Zwischen Holzwickede und Sölde: Suche nach Mischlingshündin Marley endet tragisch

Bahndamm an der Jasminstraße in Sölde: Marley hielt sich in den vergangenen Wochen wohl vornehmlich in den Feldern zwischen Holzwickede und Sölde auf. © Udo Hennes

Am Montag wurde der Hund von einem älteren Herrn zwischen Sölde und Holzwickede gesichtet. Nun kam ein Suchhund zum Einsatz, der die Witterung bestätigte. „Mit einem Hofbesitzer hatten wir schon vereinbart, am Wochenende neue Futterstellen auf seinem Grundstück anzulegen und wollten Marley mit Brühespuren locken“, sagt Sabrina Bömelburg.

Bahnmitarbeiter finden tote Marley

Dazu kommt es nun nicht mehr. Am Dienstag meldeten sich Mitarbeiter der Bahn bei der Initiative: Marley wurde auf dem Bahndamm zwischen Holzwickede und Sölde vom Zug erfasst. „Wir haben Bilder gesehen. Es hat sie voll erwischt. Wir sind natürlich unfassbar traurig“, sagt Sabrina Bömelburg.

Auch Simon Terietes Stimme ist die Trauer im Gespräch noch zu entnehmen. Nach der Sichtung am Montag hatte er wieder Hoffnung geschöpft. „Es war mein einziger Hund“, sagt er.

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