Subrosa hat Ärger um Terrasse - und fürchtet jetzt um die Zukunft

dzMusik-Kneipe in der Nordstadt

Eine der ältesten Kneipen Dortmunds leidet unter den Corona-Beschränkungen. Doch jetzt kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Es geht um eine Außenterrasse, die laut Wirt lebenswichtig ist.

Dortmund

, 15.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Subrosa an der Gneisenaustraße in der Dortmunder Nordstadt hat gerade einen besonderen Geburtstag gefeiert. Vor 27 Jahren hat die alternative Musikkneipe eröffnet. Es ist damit älter als Musik-Helden wie Kurt Cobain, Jimi Hendrix oder Jim Morrison je wurden.

Gefeiert wurde streng Corona-Regeln mit Außenverkauf in „Subrosi’s Bude“ und mit Abstand im Innern. Doch die Partylaune war getrübt. Und das liegt nicht nur daran, dass die Corona-Pandemie der Kneipe gerade die Geschäftsgrundlage entzieht.

Anbau an der Hafenschänke stört das Stadtbild, nachdem er zwölf Jahre toleriert wurde

Denn das Subrosa hat Ärger mit seiner Außenterrasse. Vor zwölf Jahren entstand ein mit Holz und Plexiglasscheiben verkleideter Sitzbereich, der bei Gästen sehr beliebt ist. Eine Sondergenehmigung dafür sei immer wieder verlängert worden, sagt Betreiber Simon Grimm.

Doch mitten in der Corona-Krise erhielt er im Juni ein Schreiben der Stadt Dortmund. Die Terrasse müsse abgerissen werden. Auf bereits Anfang des Jahres vorgelegte Pläne, den Außenbereich umzubauen, habe die Verwaltung nicht reagiert. Stattdessen kam im Juni die Aufforderung, den Anbau schnellstmöglich zu entfernen.

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„Wir konnten zumindest klar machen, dass wir gerade viele andere Sorgen haben. Deshalb haben wir jetzt bis zum 31. Dezember Zeit“, sagt Simon Grimm.

„Wir würden ein Drittel unserer Ladenfläche verlieren“, sagt er. „Es könnte sein, dass es sich danach nicht mehr lohnt.“ Grimm fürchtet um die Zukunft der Konzerte, die ein wesentlicher Bestandteil des Charakters der Kneipe sind.

„Ohne die Terrasse sind unsere 100 Prozent ungeförderten Kulturveranstaltungen nicht möglich“, sagt Simon Grimm.

Frist für den Abriss wird bis Jahresende verlängert

Die Stadt Dortmund erklärt über ihren Sprecher Christian Schön, dass im Zuge des Betreiberwechsels des Subrosa im Herbst 2019 bereits signalisiert worden sei, „dass der massive, wintergartenartige Terrassenaufbau in Festbauweise auf der öffentlichen Wegefläche nicht genehmigungsfähig“ sei und deshalb nicht mehr toleriert werde.

Ca. 1979 - das wünscht sich die Stadt zurück (jaja, leicht reißerisch). Natürlich gerne mit Bäumen und die Farbe dürfen...

Gepostet von Hafenschänke subrosa am Sonntag, 12. Juli 2020

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Gastronomiegewerbes in der Corona-Lage sei auf aber den Abbau in diesem Jahr verzichtet worden.

„Außengastronomien auf öffentlichen Flächen sind und bleiben Teil des öffentlichen Stadtraums und müssen auch als solcher jederzeit wahrgenommen werden. Sie sollen nicht den Eindruck einer privaten Fläche erwecken, sondern im Einklang mit den Anforderungen an ein gepflegtes Stadtbild stehen“, so Christian Schön.

Ausdrücklich nicht erlaubt ist deshalb etwa das Aufstellen von Zäunen oder Windschutz.

Subrosa-Stammgäste sind stinksauer

Unter regelmäßigen Besuchern und Unterstützern der „Hafenschänke“ hat die Terrasse-Debatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bei Facebook sammelt sich unter dem Schlagwort „Terrasse bleibt“ Ärger über den als solchen ausgemachten nächsten Schritt der Entwicklung Dortmunds zur „Rentnerstadt“.

Viele Ideen stehen im Raum, vom Umbau der Terrasse bis zu einer Spendenaktion, um das 30 Quadratmeter große Stück Fläche an der Gneisenaustraße zu kaufen.

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Im Herbst soll es Gepräche darüber geben, wie es weitergeht. „Das Ordnungsamt wird dem Betreiber des Subrosa bei der Neugestaltung der Außengastronomie beratend zur Seite stehen“, sagt der Stadtsprecher.

Dass die Terrasse in ihrer jetzigen Form bleibt, scheint unrealistisch: „Mit den jetzigen Aufbauten und festen Einfriedungen wird eine ausgeweitete Nutzung der öffentlichen Wegefläche allerdings kaum möglich sein“, sagt Christian Schön.

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