Der Dortmunder Student beim Prozessauftakt neben seinen Anwälten Isabelle Gronemeyer (rechts) und Nikolai Odebralski, die beide jetzt Revision für den 24-Jährigen eingelegt haben. © Jörn Hartwich
Bundesgerichtshof eingeschaltet

Student verkaufte Jungen an Sex-Partner – und kämpft gegen seine Strafe

Das Menschenhändler-Urteil gegen einen Dortmunder Student ist noch nicht das letzte Wort. Der 24-Jährige wehrt sich gegen den Wechsel von der Uni ins Gefängnis.

Nach seiner Verurteilung Menschenhändler und Ausbeuter will ein Dortmunder Student um eine mildere Strafe kämpfen. Der 24-Jährige hat die zuletzt vom Bochumer Landgericht verhängte Haftstrafe in Höhe von dreieinhalb Jahren nicht akzeptiert und fristgemäß Revision eingelegt. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig – die Akten gehen demnächst zum Bundesgerichtshof (BGH) nach Karlsruhe.

Der 24-Jährige hatte bis zuletzt auf eine Bewährungschance gehofft doch die Richter sahen dafür keine Möglichkeit. Vor der 5. Jugendschutzkammer hatte der Student zugegeben, von Herbst 2016 bis April 2020 wie ein Zuhälter aufgetreten zu sein und in Serie anfangs erst 15-jährige Jungen zum Sex an männliche Freier vermittelt zu haben.

Tatort für die über Online-Chats vermittelten Sextreffen mit teils unbekannten Männern war häufig auch ein Zimmer in einem Dortmunder Studentenwohnheim. Fast alle Sextreffen waren von dem 24-Jährigen gefilmt und auf Speichermedien gesichert worden. Mindestens die Hälfte des vereinbarten „Lohns“ für sexuelle Handlungen (bis zu 400 Euro) hatte der Student für sich behalten.

Das Urteil am Bochumer Landgericht lautete auf Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sowie Förderung sexueller Handlung Minderjähriger. Mit einer Entscheidung in der Revisions-Überprüfung ist wohl frühestens im Herbst 2021 zu rechnen.

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