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Student empfiehlt Café oder Kiosk für ein besseres Sicherheitsgefühl am Kurler Bahnhof

dzBahnhof Kurl

Unter dem Sicherheitsaspekt hat der Geographie-Student Alexander Sklorz (22) den Bahnhof Kurl untersucht - und einige Verbesserungs-Möglichkeiten gefunden.

Kurl

, 05.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Alexander Sklorz (22), der an der Ruhr-Uni Bochum Geographie studiert und früher in Wickede gewohnt hat, hat sich für seine Bachelor-Arbeit den Bahnhof Kurl als Untersuchungs-Objekt ausgesucht. Seine etwa 45 Seiten starke Arbeit heißt „Welchen Einfluss machen Sanierungsmaßnahmen an Bahnhöfen des Nahverkehrs auf das Sicherheitsempfinden - eine Untersuchung zu potenziellen Angsträumen am Bahnhof Dortmund-Kurl“. Ihn interessiere die Schnittstelle von Geographie und Psychologie, sagt er.

„Wo holst du mich denn ab?“

Auf den Bahnhof Kurl sei er gekommen, weil er dort früher oft ein- und ausgestiegen sei. Manchmal habe er von Freunden, die ihn erstmals besucht haben, gehört: „Was ist das denn hier? Wo holst du mich denn ab?“

Student empfiehlt Café oder Kiosk für ein besseres Sicherheitsgefühl am Kurler Bahnhof

Einen wenig einladenden Eindruck macht die Unterführung, durch die man zum Bahnsteig des Bahnhofs Kurl kommt. © Andreas Schröter

Er habe für seine Arbeit mit 25 Menschen gesprochen, die den Bahnhof nutzen. 19 Interviews seien dabei herausgekommen. Es habe niemanden gegeben, der sich dort extrem unwohl gefühlt habe, aber es gebe eben eine Menge Kritikpunkte. Dazu gehören das sehr marode Gesamterscheinungsbild, fehlende Beleuchtungen - auch auf dem Vorplatz -, sowie die parkähnliche Anlage davor, die besonders bei Dunkelheit angsteinflößend sei.

„Broken-Window-Theorie“

Sklorz spricht von der „Broken-Window-Theorie“. Im Kern besagt sie, dass verwahrloste Gegenden auch mehr Kriminalität und auch die Angst davor anziehen. Obwohl: Niemand der Befragten am Bahnhof Kurl sei dort selbst schon einmal in eine bedrohliche Situation gekommen. Es sei ein interessantes Phänomen, sagt Sklorz, dass die Menschen zum Beispiel im Straßenverkehr viel weniger Angst haben, als in düsteren Gegenden, obwohl ihnen im Verkehr viel mehr passieren könne.

Student empfiehlt Café oder Kiosk für ein besseres Sicherheitsgefühl am Kurler Bahnhof

Der Bahnsteig selbst macht seit der Sanierung einen deutlich freundlicheren Eindruck. © Andreas Schröter

Problem am Bahnhof Kurl sei auch, dass der Eingang zugleich der Ausgang sei - es gibt nur die eine, besagte Unterführung. Man könne einer zwielichtigen Person also nicht ausweichen. Aber, und auch das äußerten die Befragten, seitdem der Bahnsteig selbst saniert worden sei und es dort seither auch eine bessere Beleuchtung gebe, fühlen sich die Menschen dort sicherer. Als zusätzliche Maßnahmen empfiehlt Sklorz, der für seine Arbeit die Note 1,3 erhalten hat, die Anlage mehr zu beleben, um mehr soziale Kontrolle zu erreichen. Das könne etwa ein Café oder zumindest ein Kiosk bewirken. Auch regt er an, die Bushaltestellen direkt vor den Bahnhof zu verlegen. Wer heute von Bahn auf Bus oder umgekehrt umsteigen wolle, müsse einen zum Teil dunklen Weg von etwa 170 Metern zurücklegen.

Student empfiehlt Café oder Kiosk für ein besseres Sicherheitsgefühl am Kurler Bahnhof

Neben dem Empfangsgebäude entsteht eine Rampe, die jedoch ebenfalls in die Unterführung führt (hier vom Bahnsteig aus gesehen). © Andreas Schröter

Momentan entsteht links neben dem Bahnhof eine Rampe, die jedoch ebenfalls keinen zweiten Zugang zum Bahnsteig ermöglichen wird: Sie endet in der Unterführung. Die Firma Fensterbahnhof Westhofen plant den Kauf des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes, um dort eine Bäckerei oder Gastronomie unterzubringen.

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