Streit um Westfalenhallen-Leiharbeiter: Betriebsrat stoppt Vorhaben der Geschäftsführung

dzMesse Dortmund

Unter dem Dach der Westfalenhallen herrscht dicke Luft. Mitarbeiter sollen von einer Konzerntochter zur anderen verschoben werden. Der Betriebsrat stoppt den Plan vo Gericht – vorerst.

Dortmund

, 23.12.2019, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kongress Dortmund GmbH ist eine der vielen Töchter der Westfalenhalle GmbH. Bei ihr ist unter anderem Messe- und Veranstaltungsgastronomie angesiedelt. Also die Mitarbeiter, die während der Events dafür sorgen, dass alle Besucher ausreichend verpflegt werden.

Sieben dieser Mitarbeiter möchte Westfalenhallen-Geschäftsführer Frank Weeke nun am liebsten schon zum 1. Januar 2020 aus der Kongress GmbH abziehen und stattdessen bei der Westfalenhalle GmbH neu anstellen. Eigentlich kein ungewöhnlicher Vorgang, könnte man meinen. Doch ein Blick in die Details lässt aufmerken.

Betroffen ist das Koordinationsteam

Die sieben betroffenen Mitarbeiter bilden nämlich das Koordinationsteam. Sie schreiben die Pläne und legen damit fest, wann welcher Mitarbeiter bei welcher Messe oder Veranstaltung zum Einsatz kommt.

Und ganz wichtig: Weil bei der Messe- und Veranstaltungsgastronomie längst nicht mehr nur eigene Angestellte, sondern auch zahlreiche Leiharbeiter anderer Firmen zum Einsatz kommen, sind sie es, die sich dafür das Okay vom Betriebsrat einholen müssen.

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Dort ist man über den zunehmenden Einsatz von Leiharbeitern schon lange mächtig sauer. Allein im November habe es 650 Leiharbeitseinsätze gegeben, hieß es am Montag im Arbeitsgericht. Und für die erste Januarwoche seien erneut 144 Leiharbeiter angefragt und beauftragt worden.

Der Betriebsrat will die Geschäftsführung daher schon vor Wochen darüber informiert haben, dass er dem Einsatz von Leiharbeitern künftig nicht mehr ganz so einfach zustimmen möchte wie bisher. „Wir müssen wieder zurück zu mehr eigenen Angestellten“, hieß es im Arbeitsgericht. Die eigenen „Teilzeitkräfte auf Abruf“ würden nämlich zum Teil gar nicht mehr angefragt.

Leiharbeiter-Einsatz am Betriebsrat vorbei?

Und genau an dieser Stelle kommt der geplante Arbeitsplatzwechsel der sieben Koordinatoren ins Spiel. Geschäftsführer Weeke soll bereits mitgeteilt haben, dass der Einsatz von Leiharbeitern demnächst am Betriebsrat der Kongress Dortmund GmbH vorbei genehmigt werden könnte.

Weil diejenigen, die den Einsatz planen, ja gar nicht mehr bei dieser Westfalenhallentochter angestellt seien. „Hier soll die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ganz gezielt ausgehöhlt werden“, sagt die Betriebsratsvertreterin.

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Bei der neuen Gesellschaft der Siebener-Gruppe gebe es nämlich gar keinen Betriebsrat. Und - ganz nebenbei - auch keine Bindung an den Tarif der Gewerkschaft NGG.

Mit einer einstweiligen Verfügung wollte der Betriebsrat der Kongress GmbH das zum 1. Januar geplante Vorhaben stoppen. Und tatsächlich hatte er Erfolg. Die Maßnahme wurde als „interessenausgleichpflichtig“ eingestuft. Das heißt: Nun müssen Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln.

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