Streit um Ampel an der B1 in Dortmund - auch die IHK schaltet sich ein

dzVerkehrsplanung

Gibt es bald weniger oder mehr Ampeln auf der B1 in Dortmund? Die Politik sollte am Mittwoch erstmals über das Thema beraten. Aber auch die IHK meldete sich zu Wort.

Dortmund

, 10.06.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Statt weniger Ampeln könnte es bald eine Ampel mehr auf der B1 in Dortmund geben. Das schlägt die Verwaltung mit ihrem überarbeiteten Konzept für den Umbau der Stadtbahn-Stationen an der B1 vor.

Neben den schon bestehenden Ampeln an der Lübkestraße und an der Semerteichstraße, die bestehen bleiben sollen, könnte es demnach eine neue Ampel an der Max-Eyth-Straße geben - zur Erschließung eines neuen Wohngebietes und für einen ebenerdigen Zugang zur Stadtbahn-Station.

Umständliche Wege über eine teure Brücke könnte man sich so ersparen, argumentieren die Planer. Ein Verkehrsgutachten kommt zu dem Schluss, dass die neue Ampel für den B1-Verkehr verkraftbar sei.

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Das sehen allerdings nicht alle so. Die CDU übte bereits heftige Kritik an der veränderten Planung. Trotzdem votierte die Ratsfraktion ebenso wie die SPD am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung dafür, wegen der kurzfristigen Vorlage des Gutachtens nicht über das Thema zu diskutieren. Das soll dann am 18. Juni geschehen, wenn der Rat über das Konzept entscheiden soll.

IHK wünscht „optimalen Verkehrsfluss“

Kritik kommt indes auch von Vertretern der Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert die auf, „einen optimalen Verkehrsfluss auf Dortmunds wichtigster Straße nicht aus den Augen zu verlieren“.

Eine neue Ampel auf der B1 sehe man deshalb kritisch. Sie stehe dem Ziel, den Wirtschaftsverkehr besser fließen zu lassen, im Wege, ist IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann überzeugt. Er hofft deshalb langfristig auch weiter auf die B1-Untertunnelung.

Man wünsche sich die B1 als „leistungsfähige Verkehrsachse für den Wirtschaftsverkehr und die Pendler“, erklärt auch IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Von der Aussage, dass sich die Verkehrssituation mit einer weiteren Ampel nicht wesentlich verschlechtern soll, zeigt er sich nicht überzeugt.

„Der betreffende Abschnitt der B1 ist bereits heute hoch belastet, stellt Schreiber fest. Vor allem stadteinwärts komme es bereits heute zu einem verkehrsgefährdenden Rückstau auf die B 236, der sich verschärfen würde.

B1-Nutzer einbeziehen

Die IHK erneuert auch ihre Kritik, dass nur den direkten Anliegern nicht aber den Nutzern der B1 Gelegenheit zur Partizipation gegeben wird. „Wir sprechen von einer Qualitätsverbesserung für eine zahlenmäßig sehr kleine Gruppe von Nutzern der Ampelanlage im Verhältnis zur Qualitätsverschlechterung für eine sehr große Gruppe der B1-Nutzer“, meint Schreiber.

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