Streik bringt Alltag durcheinander

DORTMUND 8.000 Streikende des Öffentlichen Dienstes brachten am Mittwoch den Verkehr in der Stadt teils zum Erliegen und den Alltag vieler Dortmunder durcheinander.

05.03.2008, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streik bringt Alltag durcheinander

Um 8.45 Uhr setzte sich der erste Zug der Streikenden am Sunderweg, EDG, in Bewegung. Ein zweiter mit DSW 21-Protestierenden startete gegen 9 Uhr an der Deggingstraße. Gemeinsam brachten sie den Straßenverkehr zum Erliegen, als sie über den Wall in Richtung Alter Markt marschierten, wo gegen 10.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden sollte.

Straßenbahnen und Busse waren in der Nacht zu Mittwoch in den Depots geblieben. Wer auf die U-Bahn umsteigen wollte, wurde spätestens an den heruntergelassenen Rolltoren vor den Eingängen gestoppt. Arbeitnehmer und Schüler mussten am Morgen auf Auto, Fahrrad oder Schusters Rappen umsteigen.

Erstmals in seiner über 80-jährigen Geschichte wurde auch der Flughafen bestreikt. Zwischen 3.30 Uhr und 7.30 Uhr ging auf den Landebahnen nichts mehr. Rund 1.000 Passagiere waren betroffen: Drei Maschinen fielen aus, sechs weitere hoben mit rund 60 bis 90 Minuten Verspätung ab.

Hausmeister und Sekretärinnen ließen sich wegen des Streiks nicht in ihren Schulen blicken. Deshalb blieben das Käthe-Kollwitz-, Goethe- und Stadtgymnasium dicht. An anderen Schulen fiel teilweise der Unterricht aus, weil die Bänke nur spärlich besetzt waren. Auch die städtischen Kindertagesstätten blieben gestern geschlossen. Eltern waren frühzeitig über den Streik informiert worden, damit sie sich nach einem Betreuungsersatz umsehen konnten.

Die Gewinner des Warnstreiks saßen im Droschken-Gewerbe. „Wir hatten ein doppelt so hohes Fahrtenaufkommen wie an normalen Tagen“, sagt Gaby Bittmann von der Genossenschaft Taxi Dortmund. Betrage die Wartezeit im Schnitt sonst nur zehn Minuten, hätten sich die Kunden wegen des großen Andrangs bis zu 20 Minuten gedulden müssen.

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