Seit einigen Wochen gibt es regelmäßig größerer Polizeikontrollen rund um den Dortmunder Wallring. © Oliver Schaper
Raser-Szene am Wall

„Strategische Fahndung“ gegen Auto-Szene: Polizei kontrolliert nun anlasslos

Die Polizei Dortmund greift im Kampf gegen die Raser-Szene auf dem Wall zu einem harten Mittel. Alle Personen können an zwei Tagen ohne konkreten Verdacht kontrolliert werden.

Polizeipräsident Gregor Lange hat für Freitag (29.1.) und Samstag (30.1.) eine strategische Fahndung auf dem Wallring sowie angrenzenden Straßen, einem Teil der Brackeler Straße sowie der B 236 angeordnet.

Nach dem Polizeigesetz können mit diesem Mittel Personen ohne konkreten Verdacht angehalten und nach ihrer Identität befragt werden und müssen ihr Fahrzeug kontrollieren lassen.

Die Fahndung gilt laut Polizei am Freitag und Samstag von 18 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag.

Als Ziel der strategischen Fahndung nennt die Polizei „die Verhütung von verbotenen Rennen und die Aufhellung der damit verbundenen Strukturen innerhalb der Szene.“

Bei illegalen Rennen handelt es sich um Straftaten, die Leib und Leben gefährden. Sie können deshalb als Begründung für die strategische Fahndung herangezogen werden.

Allein seit September 2020 liegen zehn Polizeimeldungen über illegale Rennen auf Dortmunder Stadtgebiet vor, die aktuellste vom 11. November. Die Hälfte der Verstöße fand auf dem Wall statt, größtenteils im Spätsommer.

Strategische Fahndung ist im Polizeigesetz festgeschrieben

Die Möglichkeit zu anlasslosen Kontrollen ist 2018 in das Polizeigesetz aufgenommen worden.

Diese Maßnahme kann für 28 Tage angeordnet werden. Dafür müssen „tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür vorliegen, dass in einer Gegend bestimmte Straftaten begangen werden.

Wenn die Voraussetzungen weiter vorliegen, kann die Maßnahme immer wieder um 28 Tage verlängert werden.

Bisherige Einsatzgebiete: Massenschlägerei in der Nordstadt oder tote Rocker

Die Dortmunder Polizei hat die strategische Fahndung bisher mehrfach angewendet. So gab es bisher unter anderem zeitlich begrenzte Einsätze gegen „Planenschlitzer“ und nach Steinwürfen auf der Autobahn, nach einem Tötungsdelikt in der Rockerszene oder im Umfeld eines Rapkonzerts.

Im Sommer 2019 war die gesamte Dortmunder Nordstadt für einen Monat lang ein besonders stark kontrolliertes Gebiet. Anlass dafür war eine Massenschlägerei. Das brachte der Polizei auch Kritik und den Vorwurf von Racial Profiling ein. Aus Sicht der Behörde war die Maßnahme in der Nordstadt ein Erfolg.

Der Wall steht seit Monaten im Fokus

Seit Wochen gibt es rund um den Wall regelmäßig Schwerpunktkontrollen der Polizei, um gegen illegale Rennen und unerlaubtes Tuning vorzugehen. Zuletzt machte sich am 16. Januar Innenminister Herbert Reul ein Bild vom Vorgehen in Dortmund.

„Wir wissen, dass wir beim Vorgehen gegen diese Szene einen langen Atem und ein schlüssiges Gesamtkonzept haben müssen. Als Teil dieses Konzepts nutzen wir an diesem Wochenende auch die strategische Fahndung“, so Polizeipräsident Gregor Lange.

Eine Verlängerung der Maßnahme ist möglich. Darüber wird aber erst nach einer Auswertung des Ergebnisses der Kontrollen am Wochenende entschieden.

Die Stadt Dortmund hat den Wall nach 21 Uhr zur Tempo-30-Zone erklärt, um die Straße für die Szene unattraktiv zu machen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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