Straftaten von Clans: Dortmund liegt NRW-weit jetzt auf Platz 4

dzNeuer „Lagebericht Clankriminalität“

Dortmund wird ein immer größeres Zentrum der Clankriminalität in NRW. Das geht aus einem neuen Lagebericht des Landeskriminalamts hervor. Die Datenerhebung hat jedoch ein paar Fallstricke.

Dortmund

, 18.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die nackten Dortmunder Zahlen des „Lageberichts Clankriminalität 2019“, den NRW-Innenminister Herbert Reul am Montag (17.8.) in Düsseldorf vorstellte, klingen alarmierend: Die Anzahl der in Dortmund verübten Straftaten durch Clankriminelle liegt um fast 50 Prozent über dem Schnitt der vergangenen drei Jahre.

Genau 343 Straftaten in Dortmund ordnete das Landeskriminalamt (LKA) im Kalenderjahr 2019 Mitgliedern von kriminellen Clans zu - das sind knapp 47 Prozent mehr als zwischen 2016 bis 2018, dem Untersuchungszeitraum des vorangegangenen Lageberichts.

Die Zahlen beider Lageberichte sind jedoch nur begrenzt vergleichbar, wie die Autoren der Studie selbst schreiben: Zum einen stieg die Zahl der Clans, die für den Lagebericht ausgewertet wurden, von 104 auf 111, zum anderen wurden bei der neuen Ausgabe auch Verkehrsstraftaten berücksichtigt.

Wie stark der Einfluss dieser erweiterten Datenbasis auf die Dortmunder Zahlen ist, weisen die Autoren nicht für die einzelnen Städte aus. Landesweit ist er erheblich: So sinkt der Zuwachs der Straftaten von 2018 zu 2019 um 20 Prozentpunkte, wenn man die zusätzlichen Daten herausrechnet (von 32,8 auf 12,7 Prozent).

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Doch trotz dieser Unwägbarkeiten: Fakt ist, dass Dortmund im NRW-Vergleich bei der Clankriminalität immer stärker in die Spitzengruppe der am meisten betroffenen Städte rückt. Lag Dortmund bei der Anzahl der Straftaten zwischen 2016 und 2018 noch auf Rang 6, wiesen vergangenes Jahr nur Essen (852), Recklinghausen (486) und Gelsenkirchen (456) mehr Straftaten mit Clan-Bezug auf.

Ebenfalls auf dem NRW-weiten Platz 4 liegt Dortmund bei den Tatverdächtigen, die 2019 kriminellen Clans zugerechnet wurden. 202 mutmaßliche Clan-Mitglieder lebten in Dortmund - darunter 12 Intensivtäter, die mehr als 5 Straftaten begangen hatten.

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In ganz NRW zählte das LKA im Jahr 2019 rund 6100 Clan-Straftaten, die von knapp 3800 Tatverdächtigen begangen worden waren, unter ihnen 200 Intensivstraftäter.

Darüber hinaus ist der Lagebericht Clankriminalität auch eine Leistungsschau der Polizei: Es wird aufgelistet, was in den einzelnen Städten gegen Clans getan wurde.

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In Dortmund gab es demnach 2019 genau 160 Kontrollaktionen - mehr Kontrollen hatte nur Essen (219). Bei ihnen waren rund 950 Dortmunder Polizisten und fast 420 aus anderen Städten im Einsatz. Der Personalaufwand lag laut Lagebericht bei genau 6001 „Personenstunden“.

Dabei wurden insgesamt 255 Shisha-Bars und 68 Restaurants kontrolliert - Platrz 1 im NRW-Vergleich.

Auch im laufenden Jahr gibt es immer wieder Razzien gegen kriminelle Clans in Dortmund. Am Wochenende kontrollierte die Polizei mehr als 300 Menschen, vor allem in der Nordstadt. Einige Tage zuvor wurden fünf Wohnungen in Dortmund durchsucht.

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