„Still-Leben“-Neuauflage auf dem Wallring - Innenstadt-Verkehr wird umgepolt

dzNeue Verkehrspolitik

Das „Still-Leben“ auf der verkehrsberuhigten A40 war ein Höhepunkt des Kulturhauptstadt-Jahres 2010. In zwei Jahren soll es auf dem Dortmunder Wallring eine Neuauflage erleben.

Dortmund

, 03.05.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kleinere Nachahmer hat das „Still-Leben“ bereits an der Kreuzstraße und am Borsigplatz gefunden, wo auf den gesperrten Fahrbahnen seit Jahren regelmäßig Stadtteil-Feste gefeiert werden. Im Sommer oder Herbst 2021 soll es nach dem Willen der Stadtspitze auf Teilen des Walls stattfinden - als krönender Abschluss des Projekts „Emissionsfreie Innenstadt“.

Das Wall-Still-Leben ist eine der Ideen, mit denen die Verwaltung für das großangelegte Programm zur Verkehrswende werben will, mit dem man weite Teile der Innenstadt auf umweltfreundlicheren Verkehr umpolen will. Auch wenn es ganz emissions- also abgasfrei am Ende wohl nicht werden wird.

Doch die Stadt will mit dem von EU und Land mit 6,4 Millionen Euro geförderten Projekt zumindest möglichst viele Menschen dazu bewegen, die Wege in die Innenstadt zu Fuß, per Fahrrad, mit Bus und Bahn oder mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zurückzulegen und damit den Autoverkehr zu reduzieren.

Bessere Radwege am Wall

Dazu beitragen sollen unter anderem Maßnahmen, mit denen die Bedingungen für Radfahrer auf dem Wallring verbessert werden sollen. Den Anfang dafür machen neue Radwege am Schwanen- und Ostwall, wo die Radwege bislang verschlungen über Nebenfahrbahnen, Parkstreifen und Fußwege führen. Ein Ingenieurbüro ist bereits mit einem Entwurf für bessere Radwege in diesem Bereich beauftragt.

Langfristig soll der gesamte Wall fahrradfreundliche gestaltet werden - auch auf Kosten von Fahrspuren für Autos. Dazu soll aus dem Programm eine Machbarkeitsstudie mit Langfrist-Perspektive finanziert werden - als „Vorbereitung einer Diskussion um die Gestaltung des Wallrings nach 2030“, wie es in der Ankündigung der Verwaltung heißt.

Auch die Fußgänger sollen bedacht werden. Es soll untersucht werden, wie durch eine bessere Ampelschaltung die Überquerung des Walls für Fußgänger verbessert werden kann.

Umladestationen für den Lieferverkehr

Gefördert werden soll die Elektromobilität bei Handwerken und Dienstleistern. Konkrete Ideen gibt es dabei für einen emissionsfreien Lieferverkehr, um also die Belieferung der Innenstadt-Geschäfte umweltfreundlich mit Elektrofahrzeugen oder Lastenfahrrädern zu gestalten. Überlegt wird, dazu als Umladestation ein „Mikrodepot“ einzurichten, das vorübergehend in Form von Containern auf dem Parkplatz-Bereich am Ostwall Platz finden könnte. Langfristig soll dann ein festes Mikrodepot in einer Immobilie am Rande der City gefunden werden.

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