"Starke Jungs" sind jetzt am Ende

12.03.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Inke Grauenhorst (29) leitet das Projekt.  Wegener</p>

<p>Inke Grauenhorst (29) leitet das Projekt. Wegener</p>

Hilflosigkeit, Ohnmacht und Schwäche. Solche Gefühle bleiben oft bei Kindern zurück, die Opfer von Gewalt wurden. "Gerade misshandelte und missbrauchte Jungen kompensieren das Erlebte oft durch eigene Gewaltanwendung - und werden so vom Opfer zum Täter", weiß Inke Grauenhorst. Die 29-Jährige leitet bei der Technischen Universität das Projekt "Starke Jungs", das helfen soll, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Nach zwei Jahren läuft das Angebot, das den Kindern mit Sport und Bewegung zu neuem Selbstbewusstsein verhelfen sollte, jetzt aus. Insgesamt haben 38 Jungen teilgenommen, ein Teil kam aus der Elisabeth-Klinik für Jugendpsychiatrie, ein anderer Teil aus Heimen. Einmal in der Woche haben sich die Kinder mit den Bewegungstherapeuten Jan Volmar oder Karl Rose zu einer Sport- und Spielstunde getroffen, alle zwei Wochen stand Reiten auf dem Stundenplan.

Und das Ergebnis? "Die wissenschaftliche Auswertung steht zwar noch aus", sagt Inke Grauenhorst, "aber auf jeden Fall haben wir signifikante Veränderungen im Beziehungsverhalten feststellen können." Allerdings sei auch klar, dass die negativen Erfahrungen in einem 20 Wochen-Projekt nicht dauerhaft kompensiert werden können.

Das Projekt, das von der Aktion Mensch gefördert worden ist, wird zunächst nicht fortgesetzt. Zum Abschluss wird die Arbeit aber mit einem Film dokumentiert, der neben der Arbeit im Bewegungsambulatorium der TU auch Interviews mit Experten zeigt. Die Dokumentation entsteht mit Hilfe von florian tv - und mit Mitteln der Heidehof-Stiftung und der Volksbank. weg

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