Westfalenhütte soll U-Bahn bekommen: U44-Verlängerung wird konkret

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Die Straßenbau-Pläne für die Westfalenhütte stehen bereits. Jetzt kommen auch Pläne für die Verlängerung der Stadtbahn voran. Die Stadt hat eine Strecke ins Auge gefasst - sogar mit Tunnel.

Dortmund

, 20.05.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Werkstor der Westfalenhütte an der Oesterholzstraße ist bislang Endstation für die Stadtbahn-Linie U44. Doch nach dem Willen der Politik und der Stadtplaner soll die U-Bahn in einigen Jahren weiterrollen - bis auf das alte Hoesch-Areal und sogar darüber hinaus.

Den Grundsatzbeschluss zur Verlängerung der Stadtbahnlinie U44 hat der Rat schon im September 2017 beschlossen. Jetzt zeichnet sich ab, wo genau die Bahn fahren soll. Zwölf verschiedene Varianten für die Führung der Trasse hat die Verwaltung untersuchen lassen und sich nun auf einen Vorschlag festgelegt.

Anbindung für neues Logistikzentrum

Klar ist: Die verlängerte Stadtbahn-Linie soll entlang der Westfalenhütten-Allee entstehen, die in Ost-West-Richtung quer über das Gelände verläuft, und vor allem das Logistikzentrum mit rund 2000 Arbeitsplätzen im Südosten des alten Stahlwerksgeländes anbinden. Das ist bislang nur per Bus zu erreichen.

Die Westfalenhütten-Alle soll südlich der Springorumstraße entstehen, die eine reine Werksstraße für das weiterhin abgeschlossene, wenn auch deutlich verkleinerte Thyssen-Krupp-Gelände bleibt.

Entlang der Springorumstraße beziehungsweise der Westfalenhüttenallee, die südlich davon entsteht, soll die neue Stadtbahnstrecke verlaufen.

Entlang der Springorumstraße beziehungsweise der Westfalenhüttenallee, die südlich davon entsteht, soll die neue Stadtbahnstrecke verlaufen. © Foto: Oliver Schaper

Die Frage war nur, ob die Stadtbahn-Trasse auf oder neben der Straße verlaufen soll. Und vor allem ging es darum, wie die Stadtbahn den neuen Knotenpunkt von Hoeschallee und Westfalenhütten-Allee quert - über die Straßen hinweg oder in einem Tunnel.

Die Planer haben sich für die Tunnelvariante entschieden. Damit sei die Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts deutlich höher, es komme zu weniger Staus und Wartezeiten, heißt es in der Analyse.

Tunnel unter neuer Kreuzung

Nach der Vorzugsvariante beginnt die neue Bahntrasse nördlich der schon bestehenden Springorumsstraße. Die neu geplante Kreuzung von Hoesch- und Westfalenhütten-Allee soll dann diagonal in einem Tunnel unterquert werden, die U44 dann südlich der neuen Westfalenhütten-Allee weiterrollen - bis zum Haltepunkt Warmbreitbandstraße am Logistikzentrum.

Das Logistikzentrum auf der Westfalenhütte unter anderem mit den Verteilzentren von Amazon und Decathlon (r.) soll mit der Stadtbahn-Verlängerung angebunden werden.

Das Logistikzentrum auf der Westfalenhütte unter anderem mit den Verteilzentren von Amazon und Decathlon (r.) soll mit der Stadtbahn-Verlängerung angebunden werden. © Hans Blossey

Aber die Planer denken schon über die bislang beschlossene Strecke hinaus. Die Bahn könnte später nach Norden abzweigen. Entlang des zweiten neuen Logistikzentrums auf dem alten Sinteranlagen-Areal - hier liegt unter anderem das neue Rewe-Zentrallager - ginge es dann entlang der Rüschebrinkstraße bis zum DB-Haltepunkt Kirchderne.

Der Plan zeigt den möglichen Verlauf der verlängerten U44-Strecke auf das Gelände der Westfalenhütte mit Abzweig in Richtung Kirchderne.

Der Plan zeigt den möglichen Verlauf der verlängerten U44-Strecke auf das Gelände der Westfalenhütte mit Abzweig in Richtung Kirchderne. © Stadt Dortmund

Das ist freilich ferne Zukunftsmusik. Erst einmal geht es um die Strecke bis zum Logistikzentrum. Wenn der Rat am 18. Juni der vorgeschlagenen Trasse zustimmt, soll die weitere Planung ausgeschrieben werden. Das Genehmigungsverfahren könnte dann 2022 starten, danach müssen noch die Fördermittel für die Finanzierung beantragt werden. Frühestens 2025 könnte der Bau der Strecke dann starten.

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